Netz für NABU-Aktive

Button Nabu-Intern/Netz für Aktive 

NABU intern - das neue Verbandsnetz für die NABU-Aktiven.

 


NABU Lampertheim
> Aktuelles

Aktuelles 2012

NABU-Naturgartenwettbewerb-Preisverleihung
NABU-Mitglied Wolfgang Schnaiter (links) übergibt den ersten Preis an Alfred und Maria Zerhau


Naturschutzbund: Maria und Alfred Zerhau gewinnen Naturgarten-Wettbewerb

Paradies für Fledermäuse

Lampertheim. Vorsichtig schneidet Alfred Zerhau den Karton mit einem kleinen Messer auf und entfernt die Folie. Gespannt schaut auch seine Frau Maria in den Karton und vermutet richtig: Der rechteckige, flache Kasten aus stabiler Naturkeramik ist eine Schlaf- und Nisthöhle für Fledermäuse. Die Eheleute Zerhau sind begeistert. Dieser Fledermauskasten wird ein weiteres Element in ihrem naturnahen Garten werden.

Neben allerlei selbst gebauten Insektennisthilfen und einem Steinkauzkasten haben sie vor allem mit Teich, heimischen Pflanzenarten, Trockenmauern, Kräuterspirale und Fassadenbegrünung sowie natürlichem Pflanzenschutz für den Naturgarten-Wettbewerb "Blick über den Gartenzaun" gepunktet. Dieser wurde bereits zum zweiten Mal im vergangenen Jahr vom Lampertheimer Naturschutzbund (NABU) gemeinsam mit der Stadt Lampertheim veranstaltet.

Da der Garten von Ehepaar Zerhau alle Kriterien des naturnahen Gartens erfüllt, erhalten sie vom NABU den ersten Preis. "Ihr Garten schafft vielfältige, bunte Lebensräume für Mensch und Tier", bestätigt Erste Vorsitzende Andrea Hartkorn bei der Preisübergabe. Gemeinsam mit einigen aktiven NABU-Mitgliedern wurden im vergangenen Jahr Gärten, die sich für diesen Wettbewerb angemeldet hatten, besichtigt. Zusammen mit Anke Diehlmann, Klaus Feldhinkel und Dieter Melchior war auch Wolfgang Schnaiter als Jurymitglied unterwegs. Er hat selbst einen naturnahen Garten und kennt sich besonders gut aus.

Besonders die vielen Nisthilfen in Zerhaus' Garten haben es ihm angetan. "Ein Naturgarten bietet Tieren Nahrung, Nist- und wichtige Versteckmöglichkeiten an. Gerade Kinder beobachten gern die Vorgänge in der Natur", erklärte er. Neben dem Fledermauskasten überreicht er Ehepaar Zerhau eine Urkunde sowie ein Buch über Fledermäuse. Platz zwei und drei des Wettbewerbs belegen Christel Diehlmann und Lieselotte Fendrich. aha

Südhessen Morgen
3. Februar 2012

Pflegemaßnahmen
an NABU-Storchenstation
Verjüngungskur für Gehölze

Überalterung von Gehölzen und Verbuschung an der ehemaligen NABU-Storchenstation riefen die Lampertheimer NABU-Aktiven auf den Plan. Dabei wurden etliche Hecken "auf den Stock" gesetzt, so dass sie im Frühjahr wieder neu austreiben können.

28.01.2012






Archiv 2011

Tiere: Lampertheimerin macht Entdeckung im Garten

Großes Hornissennest im Spielhäuschen

Lampertheim. Karin Karb staunte nicht schlecht, als sie vor einigen Tagen in das ehemalige Spielhäuschen ihres Enkels schaute. Sie blickte auf ein etwa 60 Zentimeter breites und hohes Hornissennest. Es hängt am oberen Rand der Wand, ist unten offen und besteht aus einer papierartigen Masse. "Den ganzen Sommer sind die Tiere durch das kleine Fenster des Häuschens ein- und ausgeflogen", berichtete sie.

Obwohl sie mit einer Größe von durchschnittlich 25 Millimetern, bei der Königin sogar 35 Millimetern, durchaus furchteinflößend sind, hatte die Lampertheimerin keine Angst vor den bassartig brummenden Insekten. "Sie waren die ganze Zeit überhaupt nicht angriffslustig. Auch mein Enkel Luis konnte sie beobachten, wie sie in sein früheres Spielhäuschen flogen", erzählte sie. Sie erklärte ihm jedoch, dass er sie nicht stören sollte, damit sie nicht in Panik geraten und friedlich bleiben.

Allgemein gelten Hornissen als sehr friedvoll und stechen nur im Notfall, um ihr Nest zu verteidigen. Verwechselt werden die sozialen, unter Artenschutz stehenden Tiere gern mit Wespen, die jedoch mit etwa 20 Millimetern etwas kleiner sind. Ein Hornissenvolk kann aus 600, im Extremfall sogar aus bis zu 1000 Tieren bestehen.

Die Königin bildet quasi das "Herz" des Staates und beginnt ab Mai mit dem Bau des Nestes. Anfang Juni schlüpfen dann die ersten Arbeiterinnen, die sich sofort dem Weiterbau, der Jagd und der Fütterung der Larven widmen. Als Nahrungsquelle dienen ihnen Insekten. Auch naschen sie im Herbst gern an Fallobst. Hornissenstaaten sterben erst zwischen Mitte Oktober und Anfang November ab. Daher können Karb und ihr Enkel auch jetzt noch an warmen Tagen die eine oder andere Hornisse beobachten, die im Garten umherschwirrt. aha

Südhessen Morgen
09. November 2011

NABU: Pflanzenbörse lockt Naturfreunde an / Experte gibt Ratschläge / Wettbewerb "Blick über den Gartenzaun" gestartet

Hobbygärtner tauschen sich aus

Lampertheim. Gerade im Frühling stehen viele Arbeiten im Garten an. Blumen oder Stauden werden gepflanzt, Hecken gestutzt und der Rasen gemäht. Der richtige Zeitpunkt also für eine Pflanzentauschbörse und um einen "Blick über den Gartenzaun" zu werfen, das heißt den Wettbewerb 2011 für einen naturnahen Garten zu starten.

In Lampertheim scheinen viele Naturliebhaber zu leben. Jedenfalls hatte die Pflanzentauschbörse am Samstagvormittag einen wahren Ansturm zu verzeichnen. Diese Börse mit unzähligen Sorten einheimischer Pflanzen bot die Lampertheimer Ortsgruppe des Naturschutzbundes (NABU) an. Außerdem fiel gleichzeitig der Startschuss für den NABU-Naturgartenwettbewerb, der in Kooperation mit der Stadt Lampertheim ausgetragen wird. "Dieser wird in diesem Jahr zum zweiten Mal durchgeführt", erklärte NABU-Vorsitzende Andrea Hartkorn.

Flyer wirbt für Wettbewerb

Mit Hilfe von Flyern und persönlichen Gesprächen machten die Naturschützer Werbung für den Wettstreit und erklärten die Notwendigkeit eines naturnahen Gartens. Hier hakten viele Naturinteressierten ein und berichteten über ihre Erfahrungen im eigenen Garten. Der Expertenrat des NABU-Mitglieds und Gärtnermeisters Klaus Feldhinkel kam dabei gut an.

Die am Samstag angebotenen Pflanzen, die aus dem heimischen Teich oder Garten der Spender stammten, waren kurz vorher ausgegraben und zum Schillerplatz gebracht worden. Und schon während die Gewächse am Stand auf Abnehmer warteten, wurden sie bereits von Insekten angeflogen. So steuerten Hummeln und Bienen die zarten Blüten einer Akelei an, um sich am Nektar zu laben. In einem Naturgarten könnten auch Kinder Interessantes entdecken, betonte Andrea Hartkorn. Beispielsweise, dass es nicht nur Honigbienen, sondern auch Wildbienen gebe. Die Vorsitzende leitet mit Anke Diehlmann die Jugendgruppe bei der NABU-Ortsgruppe. "Wir wollen die Jugend weg vom Fernseher, hinaus in die Natur bringen", sagte Biologin Diehlmann.

Tiere und Pflanzen im Garten

"Insekten sind wichtig für die Bestäubung der Pflanzen und Obstbäume," sagte Hartkorn. Andererseits profitierten Tiere, wie Vögel, Schmetterlinge und Insekten von den heimischen Gartenpflanzen, da sie sich von ihnen ernährten. So sei die Wildrose eine wertvolle Insektenweide. "Jeder kann dazu beitragen, Lebensraum für die heimische Tierwelt zu schaffen", unterstrich die NABU-Vorsitzende. Gärtner könnten Trockenmauern errichten, in deren Ritzen heimische Wildpflanzen wachsen und die Lebensräume für Wildbienen und Eidechsen bieten. Auch an den Igel sollte im Herbst mit Laubhaufen gedacht werden.

Die NABU-Mitglieder und Besitzer eines naturnahen Gartens, Christiane und Wolfgang Schnaiter, hatten ihren Teich geplündert und Rohrkolben, Seerosen, Wasserlilien und vieles mehr mit zur Börse gebracht. Das Ehepaar berichtete stolz von zwei Ringelnattern in seinem Teich und konnte aus eigener Erfahrung vielen Hobbygärtnern Auskunft über Pflanzenarten geben.

Anni Meinen kam geradewegs aus ihrem Garten zur Börse und ließ wissen: "Ich denke immer an die Insekten und ich achte auch auf Ruhezonen. Mein Garten ist Natur pur und das liebe ich." Schwer zu buddeln hatten Christa Irrgang und Dieter Strassner, die in ihrem Vorgarten große Teile der Yuccalilie ausgegraben hatten. Doch auch für Balkongärtner bot die Börse vieles. Denn auch sie können auf kleinem Raum einen Lebensraum für Nützlinge schaffen, sind sich die Lampertheimer Naturschützer sicher.

Südhessen Morgen/Rosi Israel
09. Mai 2011

NABU: Pflanzaktion an der Sandgruppe Feuerstein

Gehölz bietet Tieren Schutz

Lampertheim. Allerlei heimische Sträucher hat die Lampertheimer NABU-Gruppe an der Sandgrube Feuerstein eingepflanzt. Im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen an der K 3 stellte die Stadt Lampertheim den Naturschützern 100 Pflanzen zur Verfügung. Schon im Jahr 2009 pflanzten die Mitglieder außerhalb des Zaunes heimische Arten wie Haselnuss, Hartriegel, Schneeball, Weide, Heckenkirsche, Holunder, Pfaffenhütchen sowie Wildrosen an. Mit fachgerechter Unterstützung von Gärtner und NABU-Mitglied Klaus Feldhinkel schlossen sie nun Lücken und hoben weitere Pflanzlöcher aus. Lichthungrige Arten wie etwa Wildrosen oder Weiden bekamen dabei ein Sonnenplätzchen zugewiesen.

Zudem bieten Gehölze nun einen zusätzlichen Schutz zur Umzäunung. Mittels Schubkarren verfrachteten die Helfer sie an die entsprechenden Stellen und gossen sie mit Wasser aus der Sandgrube. NABU-Mitglied Gerd Will mähte zuvor noch altes Gras zurück, um Platz für die aktiven Helfer zu schaffen. "Insekten benutzen Blätter, Blüten und Holz als Nahrungsquelle. Für Vögel ist das dichte Gezweig ist ein idealer Nistplatz", erklärte er. Auch die am Boden wohnenden Kleintiere wie Laufkäfer, Blindschleichen und Igel finden unter den Sträuchern Nahrung und Unterschlupf. Insektenfressende Tiere wie Spinnen, Vögel oder Fledermäuse gehen dort auf die Jagd. Auch im Herbst und bei Eis und Schnee im Winter bieten die heimischen Sträucher immer noch einen reichlich gedeckten Tisch mit vielen Beeren. aha

Südhessen Morgen
5. April 2011

Tag der offenen Tür: Naturschützer laden in die Sandgrube Feuerstein / Zum Rückzugsgebiet für bedrohte Arten gemausert

Molche näher kennen gelernt

Lampertheim. Auf dem Gelände der Sandgrube Feuerstein war am Wochenende viel los. Der Naturschutzbund hatten die Bürger dazu eingeladen, sich beim Tag der offenen Tür einem Überblick über seine Aktivitäten zu verschaffen.

Zur Erinnerung: Bis 1983 baute an jener Stelle die Firma Feuerstein Sand ab. 2002 wurde die Grube aus naturschutzrechtlichen Ausgleichsausgaben der Stadt gekauft und dem NABU übertragen. Das Ergebnis konnte nun erneut bewundert werden. "Die Sandgrube ist zum Rückzugsgebiet für bedrohte Arten geworden", informierte Andrea Hartkorn, Erste Vorsitzende des NABU-Lampertheim, die zahlreichen Besucher. Das sind allerlei Vögel wie die Zwergtaube, der Pirol, die Uferschwalbe oder gar der Eisvogel, aber auch Amphibien und Reptilien, wie der Teich- und der Bergmolch oder die Kreuz- und die Knoblauchkröte.

Viel haben die Naturschützer auf der Anlage und um sie herum geleistet. Das Gelände wurde entrümpelt und eingezäunt. Davor hat man inzwischen einen mehrere hundert Meter langen Amphibienschutzzaun errichtet. Der soll die Frösche und Kröten schützen, die nach der Überwinterung im Wald im Frühjahr zum Ablaichen zur Grube wollen. Und dafür müssten sie die benachbarte - und für sie lebensgefährliche - Straße überqueren.

Natürlich sind besonders Kinder und Jugendliche willkommen. Sie möchte der NABU rechtzeitig für die Belange des Umweltschutzes sensibilisieren. Dieser Tage ist man dabei, eine Jugendgruppe ins Leben zu rufen. Unter der Leitung von Hardy Ruckdeschel soll der Nachwuchs im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren Erfahrungen im Umgang mit der Natur machen. Nach den Osterferien wird es losgehen, Neuzugänge sind ausdrücklich erwünscht.

Am Rande der Veranstaltung zeigte sich Hartkorn mit der Entwicklung der Lampertheimer Ortsgruppe zufrieden. 290 Mitglieder zählt sie zurzeit und entgegen dem landläufigem Trend kann die Vorsitzende vermelden: "Tendenz steigend."

Selbst das Wetter meinte es gut mit den Veranstaltern. Bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen führte Amphibienschutzexperte Gerd Will über die Anlage. Vom Landratsamt gab es eigens eine Ausnahmegenehmigung, die es erlaubte, sich den Tieren zu nähern und einige sogar in die Hand zu nehmen.

Südhessen Morgen
29. März 2011/Jürgen Klotz

Ideen für die Zukunft

NABU Lampertheimer Ortsgruppe wählt neuen Vorstand / Eugen Aefelein ist Ehrenmitglied


Die Lampertheimer Ortsgruppe des NABU hat am Donnerstag seine Jahreshauptversammlung abgehalten. Im Mittelpunkt stand die Wahl eines neuen Vorstands, doch abseits davon wurden im Gasthaus „Zur Krone“ von den Mitgliedern des Naturschutzbunds auch viele Ideen und Ziele für die Zukunft angesprochen.

Die bisherige Führung der Ortsgruppe wählten die Mitglieder auf zwei weitere Jahre. Andrea Hartkorn bleibt Erste Vorsitzende, Zweiter Vorsitzender ist weiterhin Gerd Will. Dieter Melchior bleibt auch in Zukunft Kassenwart. Zur Schriftführerin wurde Anke Diehlmann bestimmt, und als Beisitzer wurden Walter Lisewitsch, Wolfgang Schnaiter, Kirstin Schmitt und Klaus Feldhinkel gewählt. Eugen Aefelein verließ den Vorstand altersbedingt und wurde für seine langjährige Mitarbeit zum Ehrenmitglied ernannt. Die NABU-Ortsgruppe ehrte außerdem Birgit Reiner-Appelt für 30 Jahre und Werner Geil, der nicht anwesend war, für 20 Jahre Mitgliedschaft.

Vor den Wahlen verlas Dieter Melchior den Kassenbericht und entlasteten die Mitglieder den Vorstand. Bei einigen tiefergehenden Themen, die die Finanzen betreffen, verständigten sich die Anwesenden darauf, diese in Zukunft noch weiter zu verfolgen. Gerd Will gab einen Überblick zu den Naturschutzarbeiten rund um Vögel und Amphibien im vergangenen Jahr. Fast 190 Nistkästen für Vögel hat der NABU zurzeit im Wald. „Bewohnt mit Vögeln waren im letzten Jahr 170“, erläuterte Will. Der NABU erfasst die Zahl der in den Kästen nistenden Vögel regelmäßig und auch, welcher Art diese angehören. So nutzten unter anderem Kohl- und Blaumeisen die Nistgelegenheiten, aber auch Kleiber und sogar einige Fledermäuse. Für Ende März ist eine Reinigung der Nistkästen angesetzt.

Die Bestände der Amphibien, so Will, seien überall ein wenig rückläufig. Die größten Wanderungen stellen die Naturschützer auf dem Weg vom Wald zur Grube Feuerstein fest, einem Biotop, das vielen Tieren und Pflanzen als Rückzugsort dient. Da die Tiere auf diesem Weg eine viel befahrene Straße überqueren müssen, errichtet der NABU dort Amphibienschutzzäune.

Andrea Hartkorn berichtete von der Arbeit der Naturschutzjugend und der Agenda-21-Arbeitsgruppe „Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen“, in der der NABU auch aktiv ist. Die Jugendgruppe des Vereins werde gut angenommen. „Die Kinder kommen gerne zu unserer Gruppe“, bilanzierte Hartkorn. Dort können sie unter anderem mithelfen, die erwähnten Amphibienschutzzäune aufzubauen. Positiv wertete Hartkorn, dass viele Schulen und Kindergärten sich für Naturschutzprojekte öffneten. Mehr Einsatz wünschte sie sich noch von den Elternhäusern, um einer Entfremdung der Kinder von der Natur entgegenzuwirken.

Schnell zeigte sich bei der Versammlung, dass die Naturschützer viele Ideen und Ziele für die Zukunft haben. So wollen sie sich zum Beispiel für mehr Blühflächen in der Lampertheimer Heide einsetzen und versuchen, Landwirte für diese Idee zu gewinnen. Denn Blühflächen gebe es nur wenige. „Wo nichts blüht, da summt auch nichts mehr“, betonte die Erste Vorsitzende. Auch der Naturgarten-Wettbewerb, in den Augen der NABU-Mitglieder erfolgreich verlaufen, soll seine Fortsetzung finden. Eine weitere Idee geht dahin, der Bevölkerung anzubieten, bei Projekten des Vereins mitzuhelfen, ohne diesem gleich beizutreten.

12.03.2011 - LAMPERTHEIM/Von Benjamin Joneleit

Aufbau der Amphibienschutzzäune

Die Amphibienschutzzäune sind nun an der Sandgrube Feuerstein sowie am Sandtorfer Weg aufgebaut worden.

Vielen Dank an die vielen großen und kleinen Helfer, die dabei waren!

26. Februar 2011

Alle Teilnehmer waren Gewinner
Siegerehrung beim Naturgarten-Wettbewerb „Blick über den Gartenzaun“

Die Preisträger und die Veranstalter des Naturgarten-Wettbewerbs trafen sich zu einer kleinen Feier mit Siegerehrung am Donnerstag im Sitzungssaal des Alten Rathauses in Lampertheim. Foto: Vanessa Heß


LAMPERTHEIM – "Blick über den Gartenzaun": Zu diesem Naturgarten-Wettbewerb hatten der NABU Gruppe Lampertheim und die Stadt Lampertheim FB 70 Technische Betriebsdienste eingeladen. "Mit dieser Aktion möchten wir die Menschen für mehr Natur in den Gärten begeistern. Jede neue Gestaltung eines naturnahen Lebensraumes wird Grundlage einer nachhaltigen und lebensfrohen Umwelt", erklärten die Organisatoren den Gedanken hinter dem Projekt. Aus diesem Grund hatten sie den Wettbewerb "Blick über den Gartenzaun" ins Leben gerufen. Insgesamt sechs Teilnehmer hatten sich beworben und ließen ihre Gärten von der Jury bewerten. Zu den Merkmalen von Naturgärten zählen, dass die Anlage und Pflege des Gartens nach ökologischen Geschichtspunkten erfolgt, vielfältige Lebensräume für Tiere und Pflanzen entstehen sowie eine standortgerechte, möglichst auch landschaftstypische Bepflanzung, zu finden ist. 

Am Donnerstag kamen die Teilnehmer zu einer kleinen Feier im Sitzungssaal des Alten Rathauses zusammen, um ihre Urkunden und Geschenke entgegenzunehmen. Die Veranstalter des Naturgarten-Wettbewerbs waren froh zu verkünden, dass es insgesamt drei erste Plätze und drei zweite Plätze gab. Auch Bürgermeister Erich Maier war gekommen, um den Gewinnern zu gratulieren. Einen ersten Platz belegte Volkmar Heinemeyer mit seinem Schrebergarten. Neben einer Urkunde erhielt er eine Hummelburg. Einen weiteren ersten Preis gab es für die Familie Ohlow und ihr Ackergrundstück. "Es ist wirklich erstaunlich was man mit einem solchen Grundstück machen kann", erklärtre Andrea Hartkorn, Vorsitzende der NABU Gruppe Lampertheim,  während der Preisverleihung und überreichte Markus Ohlow eine Urkunde sowie einen Gutschein für ein Igelhaus.

Der dritte erste Platz ging an Christiane und Wolfgang Schnaiter für ihren naturnahen Hausgarten. Unter anderem ein Teich, Hecken und Nistmöglichkeiten für Vögel sind hier zu finden. Für sie gab es eine Nisthilfe für Insekten. Über ihr Geschenk freuten sich die Preisträger besonders: "Das wäre unser nächstes Projekt gewesen", erklärten sie. Jeweils eine zweiten Platz belegten Hans und Christel Schlatter, Maria Schnell und Aloisia Schulz. Für die Zweitplatzierten gab es jeweils neben einer Urkunde einen Wildbienenniststein. "Wir möchten uns auch weiterhin für Naturgärten einsetzen. Dies war ein guter Beginn", betonte Andrea Hartkorn am Ende der Siegerehrung.

TIP-Verlag, 3. Dezember 2010
Vanessa Heß

Mitmach-Projekt 2010

Natur-Erlebnisgarten

Weg vom "TTRE-Garten": Tannen, Thujas, Rhododendron und Englischer Rasen. Immer schön aufgeräumt - aber leider auch weitgehend tot.

Was also ist ein Öko-, Bio- oder Naturgarten? Es ist die Einstellung zum Garten und seinen Bewohnern und es sind die Methoden, die den Ökogärtner von "Normalgärtner" unterscheiden:
Die Pflege des Bodens und des Bodenlebens, chemische Kunstdünger und Pestizide sind tabu.
Stattdessen werden Naturdünger, Kompost und biologische Mittel verwendet. Gegen Krankheiten und Schädlingsbefall soll vor allem die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gestärkt werden. Hilfe zur Selbsthilfe also. Durch die Anlage von heimischen Sträuchern und Gehölzen soll der Garten Lebensräume für Tiere bieten. Lebensräume für Tiere und Pflanzen sind zugleich Erlebensräume für den Gartennutzer.


Folgende Aktionen sind übers Jahr geplant:

"Blick über den Gartenzaun"-Wettbewerb!:

Wer hat in Lampertheim naturnahe Elemente oder sogar einen Ökogarten vorzuweisen?
Auch Brutmöglichkeiten für Vögel sowie Bienenhölzer - bzw. Steine, Hummelburgen oder naturnahe Teiche sowie Unterschlupfmöglichkeiten für Igel, Eidechse oder Fledermäuse können dabei gezeigt werden.
Jeder, der für mehr Natur im Garten sorgt, kann sich bei uns melden. Prämiert werden dabei die naturfreundlichsten Gärten. > Kontakt
 
"Tauschbörse für Pflanzen":

NABU-Stand auf dem Schillerplatz mit eigenen, vorgezogenen Pflanzen wie Kräutern oder bienenfreundliche Stauden für den Garten. Diese werden zum Tausch gegen andere, mitgebrachte Pflanzen angeboten.

"Pflanzung heimischer Sträucher im Herbst an der Sandgrube Feuerstein":

Hierbei können sich Interessierte beteiligen. Wer mitmacht, darf auch einen Strauch seiner Wahl mit nach Hause für seinen Garten mitnehmen. Die heimischen Sträucher dienen Vögeln und Insekten als Unterschlupf und Nahrungsquelle.

"Ansprechpartner für Infos rund um den Natur-Erlebnisgarten":

Gärtnern soll in erster Linie Spaß machen und entspannen. Auch ohne das ganz große Umkrempeln geht es Schritt für Schritt Richtung Naturgarten: Hier wollen wir interessierten Gärtnern Infos zum Ökogarten bieten. Der Naturgarten lädt ein zum spielen, riechen, schmecken und ist daher auch für Familien mit Kindern ein Erlebnis. Aber auch "Balkongärtner" kommen auf ihre Kosten. 

Alle Aktionen werden vorher in der Presse bekannt geben.

Zum Thema Naturgarten gibt es mittlerweile auch jede Menge guter Literatur - hier einige Buchempfehlungen:

Natur Erlebnis Garten

sowie weitere Informationen:

NABU Hamburg - Naturnaher Garten

Naturnaher Gartenbau

Bücher/Broschüren:

Bücher zum Thema Garten

NABU-Broschüre "Gartenlust" zum bestellen (1,50 Euro/Stck.) > Suchbegriff "Gartenlust" eingeben!


Interesse am Wettbewerb? Dann kontaktieren Sie uns >per Mail oder >Telefon

Archiv > März 2010


Amphibienwanderung hat begonnen


Fleißige Helfer beim Einsammeln


Volle Eimer: am Samstagabend, 20. März, waren bis 21.00 Uhr
schon über 600 Amphibien eingesammelt.



Erdkrötenpaar am Amphibienschutzzaun


Agenda-Gruppe: Welsches Loch droht zu verlanden / Naturschützer wollen erreichen, dass alte Schließe instand gesetzt wird

"Die Lage hat sich dramatisiert"

Von unserem Redaktionsmitglied Katja Nicklaus

Lampertheim. Im Herbst und Frühjahr herrscht am Welschen Loch viel Betrieb. In zum Teil großen Schwärmen nutzen Durchzügler auf ihrer Reise in den Süden oder auf dem Rückweg zu ihren Brutplätzen diesen Flachwassersee als Raststätte. Kanadagänse und Graugänse sowie viele Entenarten aus dem Norden, die auf ihrer Reise von Russland, Schweden oder Dänemark ein paar Tage ausruhen, futtern sich hier eine Grundlage für den Weiterflug an. Doch Hochwasser hat in den vergangenen zwei Jahrhunderten eine meterdicke Sedimentschicht angespült: Das Welsche Loch droht allmählich zu verlanden.

"Die Lage hat sich in den letzten Jahren dramatisiert", bringt es Andrea Hartkorn, Sprecherin des Agenda 21-Arbeitskreises Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen, auf den Punkt: "Im heißen Sommer von 2003 ist das Welsche Loch erstmals ganz ausgetrocknet." Derzeit betrage der Wasserstand nur rund 50 Zentimeter. Während das Gewässer trocken lag, habe sich zudem die Silberweide großflächig ausgesät und fördere noch die Verlandung. Damit den Zugvögeln aber dieser wichtige Rastplatz erhalten bleibt, bemüht sich die Agenda-Gruppe um die Genehmigung, die alte Schließe, die zwischen Altrhein und Welschem Loch liegt, instand setzen zu lassen.

"Die Schließe hat damals der Steuerung der Wasserdynamik gedient, ist aber kaputt", erläutert Hartkorn. Zudem sei der Damm löchrig - man habe sogar bewusst ein Loch in den Damm gemacht, um den Wasserdurchlauf zu gewährleisten. "Damals war die Problematik nicht so konkret." Nun aber drohe zusätzlich noch, dass sich die Silberweide zu einem Wald ausbreite, der dann seinerseits unter Schutz gestellt werde. Funktioniere die Schließe hingegen wieder, könne man Wasser im Welschen Loch zurückhalten, was - wie bei den hohen Wasserständen im vergangenen Frühjahr und Sommer - zu einem Absterben der Weiden führen würde. Damit bliebe Wasserfläche und somit Lebensraum für Zugvögel erhalten.

Alexander Ochmann vom Fachdienst Umwelt und Stadtentwässerung bestätigt, dass die Stadt eine Instandsetzung der Schließe im Sinne der Hochwasserregulierung gerne finanziell unterstützen würde - wenn das für das Naturschutzgebiet zuständige Regierungspräsidium Darmstadt dem grundsätzlich zustimme. Um an das Regierungspräsidium herantreten zu könne, müsse man sich aber auf ein Gutachten stützen können. Ein solches gewässerökologisches Gutachten zur Regenerierung der Auengewässer habe das Institut für Umweltstudien (IUS) Weibel & Ness erstellt - darin fehle aber noch eine Aussage über die Steuerung der Wasserdynamik. Selbst dann bleibe aber noch die Frage, ob man in den natürlichen - wenn auch menschlich verstärkten - Prozess der Sedimentation eingreifen oder vielmehr der Natur ihren Lauf lassen solle. "Da streiten sich Naturschützer mit Naturschützern", weiß Ochmann. Aber er sieht auch das Problem: "Es entstehen kaum neue Wasserflächen, es gibt kaum Alternativen für die Zugvögel."

Südhessen Morgen
14. Januar 2010

Erfolg für den Naturschutz

Naturschutz / Kein Gift gegen Maikäfer / Ministerinnen-Entscheid

Bunte Artenvielfalt bleibt im Riedwald erhalten

NABU Hessen begrüßt Ministerinnen-Entscheid gegen Gifteinsatz

Wiesbaden/Bensheim. Der NABU Hessen begrüßt die Entscheidung der hessischen Umweltministerin Silke Lautenschläger, den geplanten Gifteinsatz in den Wäldern des hessischen Rieds abzusagen. „Wir freuen uns, dass sich die Ministerin gegen das Gift und für einen nachhaltigen Umgang mit dem Wald entschieden hat“, fasste Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen, die Position des größten hessischen Naturschutzverbandes zusammen.

Der Landesbetrieb Hessen-Forst hatte geplant, Ende April auf mehreren Tausend Hektar Wald per Hubschrauber das Gift „Dimethoat“ auszubringen. Der Biologe Eppler betonte, dass die Entscheidung gegen das Breitbandgift ein hoffnungsvolles Signal für das internationale Jahr der biologischen Vielfalt 2010 sei. Die Artenvielfalt der zu großen Teilen europaweit geschützten Wälder sei ein wertvolles Naturerbe und müsse für die Menschen bewahrt werden. Vor allem die alten Eichen- und Buchenwälder seien „Hotspots der Artenvielfalt“, in denen allein über 900 verschiedene und seltene Käferarten lebten. Als Beispiele nannte Eppler Hirsch- und Heldbockkäfer. Die Entscheidung der Ministerin bezeichnete der NABU als „mutigen Schritt, nicht den leichtesten Weg zu gehen“.

Der Beschluss gegen das Giftsprühen bestätige auch den Einsatz vieler Bürger für einen giftfreien Wald. Mehr als 1600 Menschen hätten Briefe mit der eindringlichen Bitte an die Ministerin geschrieben, den Gifteinsatz abzusagen. Die Menschen könnten nun auch im nächsten Frühling angstfrei im Wald spazieren gehen, mit Kindern die Natur erleben und die Artenvielfalt erkunden. In den Wäldern leben echte Raritäten, wie der schöne Wiedehopf und der „Ziegenmelker“ eine faszinierende und seltene Nachtschwalbe.

Nach der Entscheidung gegen den Gifteinsatz komme es nun darauf an, wirkungsvolle Schritte für eine nachhaltige Sicherung und Entwicklung der durch Grundwasserabsenkung, Luftschadstoffe und Klimawandel geschwächten Wälder des Hessischen Rieds in Angriff zu nehmen. Es gebe viele Möglichkeiten, dem Wald zu helfen, so der NABU. „Unsere  Zukunftsvision für die Wälder des Rieds lässt sich in fünf Punkten zusammenfassen“, so Eppler. Die Wälder des Rieds müssten vorrangig der Erholung sowie dem Wasser-, Boden- und Naturschutz dienen, nicht der Holzernte. Die  Waldbewirtschaftung müsse an die aktuellen standörtlichen Bedingungen und den fortschreitenden Klimawandel angepasst werden. Mehrere Waldschutzgebiete sollten eingerichtet werden, in denen erforscht werden kann, wie sich die Riedwälder ohne Nutzung entwickeln. Die Artenvielfalt in den Wäldern des Hessischen Rieds müsse erhalten und gefördert werden. Und alle Möglichkeiten zur Erhöhung des Grundwasserstands in den Wäldern des Hessischen Rieds sollten genutzt werden.

Der NABU Hessen sei bereit, als Partner an der Realisierung eines nachhaltigen Zukunftskonzeptes für die Wälder des hessischen Rieds konstruktiv mitzuarbeiten, so Eppler. Mehr Hintergründe unter www.NABU-Hessen.de

Weitere Informationen

Hartmut Mai
Landesgeschäftsführer NABU Hessen
Tel.: 0171-2025456
E-Mail: Hartmut.Mai@NABU-Hessen.de

> siehe auch PM NABU KV Bergstraße

NABU lehnt Gifteinsatz gegen Maikäfer ab


Angst um Mensch und Tier

27.08.2009 - LAMPERTHEIM

Von Sandra Dörr - Lampertheimer Zeitung

PROTEST Naturschutzbund warnt vor Einsatz chemischer Mittel gegen Maikäfer-Massenvermehrung

Weiße Chemieschutzanzüge, Feinstaubmasken, tote Vögel und Fledermäuse: Mitglieder des NABU-Kreisverbands Bergstraße und des Lampertheimer Ortsvereins haben am Mittwoch im Neuschlosser Wald demonstriert. Mit ihrer Aktion will der Naturschutzbund auf die Pläne von Hessen-Forst aufmerksam machen - und sie verhindern.

Die Forstbehörde will 2010, einem Maikäfer-Flugjahr, das Insektizid Dimethoat großflächig über dem Lampertheimer, Bürstädter und Jägersburger Wald ausbringen, um der geflügelten Plage Herr zu werden. Für die Naturschützer eine Katastrophe; sie fürchten um viele weitere Insektenarten, Fische und Vögel. Zudem belaste der Wirkstoff den Menschen gleichermaßen. Dirk Bernd, stellvertretender Vorsitzender des NABU-Kreisverbands, vermutet gar, dass das "Nervengift (...) aller Wahrscheinlichkeit nach ebenso krebserregend und erbgutschädlich" ist. Sicher sei, dass durch den Dimethoat-Einsatz die Nahrungskette etlicher seltener Tierarten gestört werde. "Diejenigen, die nicht direkt durch die Giftbelastung eingehen, werden verhungern", so Bernd. Dies bedeute den Tod nahezu aller Jungvögel und der Fledermausbrut in 2010.

Hessen-Forst will das Pflanzenschutzmittel laut NABU-Informationen in zwei Dosen ausbringen; eine Ende April, eine weitere im Mai. Man rechne mit einer Wirkung von drei bis vier Wochen. Genau in dieser Zeit seien jedoch auch schon viele seltene Insekten wie der Heldbockkäfer oberirdisch aktiv. Sie fielen dem Gift gleichfalls zum Opfer.

Auch Andrea Hartkorn, Pressesprecherin des NABU Lampertheim, kritisiert die Hessen-Forst-Pläne. Das Mittel per Hubschrauber auszubringen, sei "absoluter Wahnsinn". Über die Driftwirkung erreiche es zwangsläufig auch umliegende Ortschaften. Bürger aus Lampertheim, Viernheim, Bürstadt und Lorsch müssten für lange Zeit auf Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten sowie Wildprodukte verzichten. Und für Imker tue sich ein noch viel größeres Problem auf: Bienenstöcke müssten im Umkreis von drei Kilometern um die Wälder - ihrem Flugradius - entfernt werden, da sie die gespritzten Bäume zur Produktion von Waldhonig anfliegen und die Ausscheidungen von (vergifteten) Blattläusen sammeln.

NABU-Kreisvize Dirk Bernd sieht in der Wiederherstellung eines stabilen Ökosystems Wald das einzig wirksame und verantwortbare Mittel in einem Kampf gegen die Maikäfer, der an sich gar nicht nötig sein dürfte. Wäre der Wald nicht durch äußere Einflüsse geschwächt, würde die Massenvermehrung der Schädlinge ihm gar nicht erst so große Probleme bereiten, so Bernd. Das Grundwasser anzuheben und die Naturverjüngung sind für ihn und Hartkorn zwei zentrale Maßnahmen, um den südhessischen Wald vor der Vergrasung zu retten. Des Weiteren müsse man dem Klimawandel Rechnung tragen und beispielsweise auch die Anpflanzung anderer, wärmebeständigerer Baumarten ins Auge fassen.

Der Naturschutzbund drängt derweil auf ein Gespräch mit der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt und dem Hessischen Umweltministerium. Die Naturschützer hoffen darauf, den geplanten Gifteinsatz verhindern zu können - und damit "den Wortbruch" des ehemaligen Umweltministers Wilhelm Dietzel: "Kein Gift in Hessens Wäldern", so der NABU.

siehe auch >Pressemitteilung NABU Landesverband Hessen v. August 2009

siehe auch > flyer zur Protestaktion


Insektizid Perfekthion:

Ein in den 40-er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickeltes Gift aus der Gruppe der Organophosphate bzw. organischen Phosphorsäure-Ester, zu dieser Gruppe gehört auch das bekannte Gift E 605 oder auch die im ersten Weltkrieg eingesetzten Nervengase.
Es wird unter Handelsnamen wie Perfekthion oder Danadine hauptsächlich in der Landwirtschaft eingesetzt, hier mit deutlich höheren Konzentrationen als bei der Maikäferbekämpfung im Wald .
Dimethoat ist ein systemisches Kontakt- und Fraßgift. Die Wirkung beruht auf einer Hemmung des Enzyms Cholinesterase im Nervensystem. Dieses Enzym baut den Nervenbotenstoff Acetylcholin "nach Gebrauch" wieder ab. Geschieht das nicht, gerät das Nervensystem durcheinander. Es kommt zu Zuckungen und Krämpfen, dann dem Tod. Prinzipiell ist die Wirkungsweise bei Insekten, Spinnentieren und Warmblütlern gleich, allerdings ist die tödliche Wirkung bei Säugetieren - also auch dem Menschen - durch eine schnellere Entgiftung nicht so hoch.
Bei Fischen und deren Nährtieren ist die Giftwirkung hoch, bei Amphibien und Reptilien sehr wahrscheinlich. Wirkungen auf (auch Jung-) Vögel sind zweifelhaft, können mangels ausreichender Datenbasis aber nicht ausgeschlossen werden. Die Wirkung auf Fledermäuse dürfte beträchtlich sein, insbesondere auf die Bechsteinfledermaus und ähnliche Arten, die auch Nahrung vom Boden aufnehmen, also auch die sterbenden bzw. toten Maikäfer. Drei Wirkungspfade: Die Aufnahme kontaminierter Nahrung, kurzfristige Nahrungsengpässe, Kontaktwirkung des Insektizids durch Aufnahme über die zarten Flughäute. Besonders gefährdet sind die Jungtiere, beispielsweise durch erhöhte Neigung der Muttertiere zu Aborten und die Aufnahme vergifteter Milch.

Quelle: Hardtwaldfreunde Karlsruhe

Naturschutzbund: Vogelstimmwanderung mit 20 Teilnehmern bei strahlend blauem Himmel / Zu entdecken gab es Laubsänger, Blässhühner und Nilgänse

Der Gesang der Mönchsgrasmücke

Lampertheim. Natur hautnah zu erleben und dabei die Vogelwelt des Biedensands kennen lernen: Die Lampertheimer NABU-Gruppe konnte bei strahlend blauem Himmel eine 20-köpfige Besucherschar begrüßen, die sich am frühen Morgen zur Vogelstimmenwanderung versammelte.

Für den erkrankten Ornithologen Henning Behrens sprang Zweiter Vorsitzender Gerd Will ein. An der Biedensandbrücke rollte der Vogelschützer zunächst eine Karte aus, die das Naturschutzgebiet mit seiner Wegeführung präsentierte.

Er gab einen Überblick zur Entstehung des Biedensands im Jahre 1802. Dieser entstand aufgrund eines Hochwassers, welches eine im Laufe der Jahrhunderte weit ausladende Rheinschlinge bei Lampertheim abschnitt und damit den Hauptstromverlauf erheblich verkürzte. An der Durchbruchstelle entstand das heutige "Welsch Loch", benannt nach dem Nackenheimer Schiffer Johann Welsch. Der Biedensand wurde zur Insel, das Gebiet im Jahr 1937 unter Schutz gestellt.

An der Biedensandbrücke saß in einer Hecke eine Nachtigall, die zu Beginn der Führung schon alle Aufmerksamkeit auf sich zog. Mit ihrem lauten, kristallklaren und melodiösen Gesang zog sie die Naturfreunde sofort in ihren Bann. Für einen Moment präsentierte sich der spatzengroße Vogel, sogar auf einem Ast, obwohl er es lieber vorzieht, sich im Gebüsch zu verstecken. Auf dem Weg durch den Auwald war anfangs die markante Flötenstrophe der Mönchsgrasmücke zu hören.

Anhand eines Bestimmungsbuches konnte Gerd Will die Besucher auf ihre typische schwarze Kopfplatte aufmerksam machen. Etwas leiser zwitscherten im Hintergrund Amsel, Zilp-Zalp, Laubsänger, Meisen und Buchfink. "Im Auwald leben viele Spechtarten, wie etwa Grün-, Klein-, Mittel-, Schwarz- und Buntspecht", erklärte Will. Am Heckenbereich an der Heegwasserwiese war der Gesang einer Dorn- und Gartengrasmücke zu hören.

Unschwer an der Stimme zu erkennen war der Kuckuck, der sich auch einmal zeigte und an der Aussicht am Rallengraben mit flachem Flügelschlag vorbei flog. Dort gab es auch einige Blässhühner, Nilgänse, Kormorane und einen Schwarzen Milan zu sehen. Am Welschen Loch beobachteten die Exkursionsteilnehmer Haubentaucher, Graugänse und Graureiher. Beim Fretterloch kamen die Ferngläser wieder zum Einsatz. Dort wurde eine Weißkopfmöwe gesichtet sowie Kanada- und Nilgänse. aha

Südhessen Morgen
19. Mai 2009


NABU pflanzt rund 200 Sträucher auf Ausgleichsflächen

Sandgrube als Rückzugsgebiet

Anke Diehlmann, Walter Liesewitsch und Gerd Will bei der Pflanzaktion

Lampertheim. Mit Schubkarre, Spaten und Gießkanne rüstete sich die Lampertheimer Naturschutzbund (NABU)-Gruppe, um rund 200 Sträucher entlang der Sandgrube Feuerstein einzupflanzen.

Diese wurden durch Ausgleichsmaßnahmen der Stadt Lampertheim zur Verfügung gestellt. "Die Sandgrube ist ein gutes Beispiel dafür, wie frühere Wunden in der Landschaft verheilen und zu Rückzugsgebieten für bedrohte Tiere und Pflanzen werden", erklärte Gerd Will, zweiter Vorsitzender der NABU-Gruppe. Noch vor dreißig Jahren wurde hier Sand abgebaut. Danach lag sie rund zwanzig Jahre brach und wurde schließlich aus Mitteln der naturschutzrechtlichen Ausgleichsabgaben der Stadt gekauft und an den NABU übertragen. Schon einmal hatte man hier auf einer Seite außerhalb des Zaunrandes Sträucher angepflanzt - damals noch mit Unterstützung der Stadt. Da die Gelder knapp sind, muss diesmal selbst mit angepackt werden. Somit wird nun die gegenüberliegende Seite mit heimischen Arten wie Schwarzer Holunder, Hartriegel, Heckenkirsche, Schwarz- und Weißdorn, Pfaffenhütchen, Schneeball sowie Salweide bepflanzt. Die Sträucher bieten einen zusätzlichen Schutz zur Umzäunung.

Angelockt durch den Blütenduft werden sich bald Insekten wie Bienen und Schmetterlinge einfinden. Aber auch Unterschlupfmöglichkeiten für viele Vogelarten und Kleinsäuger soll der Heckenstreifen bieten. Da es im Biotop ein großes Amphibienvorkommen gibt, schauten auch Mitglieder der Mannheimer NABU-Gruppe vorbei und packten auch gleich tatkräftig mit an.

Gerd Will und Andrea Hartkorn bei der Pflanzaktion an der Grube Feuerstein

Seltene Arten

Gerd Will zeigte ihnen die streng geschützten Knoblauch- und Kreuzkröten, die nun auch die Wanderung zu ihren Laichgewässern angetreten hatten. "Die Wasserfläche mit den flachen Uferbereichen bietet vielen Amphibienarten wie auch der Erdkröte, dem Spring- und Wasserfrosch sowie Teich- und Bergmolch ideale Bedingungen zum ablaichen", erklärte Will.

Und nicht nur Amphibien fühlen sich wohl. Auch die Vogelwelt hat das Gebiet für sich erobert. So zeigen sich Teichhuhn, Blässralle, Zwergtaucher, Stockenten, Teichrohrsänger, Eisvogel, Grau- und Seidenreiher oder auch die selten gewordene Rohrweihe. Dem sandigen, nährstoffarmen Boden trotzen angepasste Pflanzenarten wie Bergsandglöckchen, Wicken, Königskerzen, Johanniskraut und Nelkengewächse, die sich mit ihren schönen Blüten präsentieren. aha

Südhessen Morgen
06. April 2009


Wo sich Eisvogel und Kröten wohl fühlen


Naturschutzbund: Verein lädt zu einem Spaziergang zur Sandgrube Feuerstein

Lampertheim. Auch dieses Jahr lud der Lampertheimer Naturschutzbund (NABU) zu einem Spaziergang zur Sandgrube Feuerstein ein. Allerlei Wissenswertes erfuhren große und kleine Naturfreunde über das schützenswerte Biotop sowie über die momentane Amphibienwanderung.

Bei der Begrüßung erklärte Vorsitzende Andrea Hartkorn den etwa 30 Besuchern die Notwendigkeit der Amphibienschutzzäune, die gegenüber der Sandgrube am Waldrand aufgestellt worden sind. "Wenn Molche, Kröten und Frösche aus ihrer Winterstarre erwachen, wandern sie zu ihren Laichgewässern", erklärte sie. Dann müssten sie den nicht ausgebauten Weg überqueren, was zahlreichen Amphibien das Leben kosten würde.

"Sie stoßen dann auf den Schutzzaun, laufen an ihm entlang und plumpsen in die eingegrabenen Eimer", sprach sie. Bevor sie jedoch zweimal täglich aus den Eimern herausgeholt und in die Sandgrube Feuerstein verfrachtet werden, notieren sich zweiter Vorsitzender Gerd Will sowie Mitglied Walter Lisewitsch die Anzahl und Arten für die statistische Erfassung.

"Bisher sind 500 Erdkröten, 20 Grasfrösche, 60 Bergmolche und 15 Teichmolche gesammelt worden. Die seltenen Kreuz- und Knoblauchkröten machen sich erst noch auf den Weg", erklärte Gerd Will. Er zeigte den Besuchern Fotografien dieser streng geschützten Arten.

Ideales Rückzugsgebiet

Das Biotop sei mit Grundwasser gespeist und biete zudem vielen Vogelarten ein ideales Rückzugsgebiet. Eisvogel, Grau- und Seidenreiher sowie die seltene Rohrweihe wurden hier schon gesichtet. Auch Blässrallen, Zwergtaucher, Stockenten, Teichrohrsänger und das Grünfüßige Teichhuhn fühlen sich hier wohl.

Noch vor über 30 Jahren wurde hier Sand abgebaut. Dann lag die Grube 20 Jahre brach. Aus Mitteln der naturschutzrechtlichen Ausgleichsabgaben der Stadt Lampertheim konnte die Grube vor sieben Jahren gekauft und an den NABU übertragen werden.

Abschließend führte die Vorsitzende die Besucher noch an der Sandgrube entlang. Diese biete mit ihrem typischen Mikroklima einer Vielzahl von hoch spezialisierten Pflanzen und Tieren mit sehr geringen Ansprüchen, einen optimalen Lebensraum. aha

Südhessen Morgen
18. März 2009


Amphibienzäune wurden aufgestellt

Langsam erwachen die Amphibien aus ihrer Winterstarre. Dann buddeln sich Kröten, Frösche und Molche wieder aus der Erde, um sich auf die Wanderungen zu ihren Laichplätzen zu begeben.Dazu müssen sie oftmals Straßen überqueren, was ihren sicheren Tod bedeuten würde.

Noch vor Eintritt ihrer gefährlichen Wanderungen werden daher bundesweit Amphibienschutzzäune aufgebaut. Auch in Lampertheim stellte die Ortsgruppe des NABU wieder die Zäune an der Sandgrube Feuerstein und am Sandtorfer Weg auf.

Die Naturschutzjugend half bei dieser Aktion wieder mit.

weitere Bilder >Naju

28. Februar 2009

Lampertheim: Weichen für Bürgerinitiativen-Gründung sind gestellt

Beim ICE auf die Hinterfüße stellen

Lampertheim. Die Lampertheimer wollen im Spiel der Kräfte nicht untergehen. Schon gar nicht, wenn es um derart entscheidende Fragen wie die Planung einer ICE-Neubautrasse geht. Deshalb wird jetzt eine Bürgerinitiative gegründet, mit deren Hilfe vor allem die Position Lampertheims zur ICE-Trasse in Verhandlungen mit Bahnvertretern deutlicher gemacht werden soll.

Nach Informationen des Initiators, Dekan Karl Hans Geil, liegen der Bahn noch nicht einmal die Beschlüsse der Lampertheimer Stadtverordnetenversammlung zur ICE-Streckenführung vor. Geil wörtlich: "Wir müssen uns in Lampertheim auf die Hinterfüße stellen." Zudem hätten es Interessierte und Betroffene mit unterschiedlichen Realitäten zu tun, die in der öffentlichen Diskussion auch für bedrohliche Szenarien sorgte, meinte der evangelische Kirchenmann mit Bezug auf die Debatte über die sogenannte Mark-Variante nach einem Vorschlag des Mannheimer SPD-Bundestagsabgeordneten Lothar Mark.

Zusammen mit Ulrich Guldner und Dieter Goll steht Geil als Mitglied eines dreiköpfigen Sprecherteams zur Verfügung, das von der zu gründenden Bürgerinitiative zu wählen ist. Goll betont, es gehe nicht darum, eine Neubaustrecke zu verhindern. Auch stehe die Initiative in verantwortlicher Weise hinter den verkehrspolitischen Absichten des ICE-Regionalforums, den Mannheimer Hauptbahnhof nicht vom Schnellbahnnetz abzukoppeln.

Grundlage für die Positionsfindung der Bürgerinitiative sei der Beschluss der Lampertheimer Stadtverordnetenversammlung vom 20. Juni letzten Jahres. Demnach soll die neue Trasse so lange wie möglich entlang der A 67 geführt werden. Frühestens südlich der Kreuzung von L 3110 und A 67 solle die Trasse in südwestlicher Richtung abknicken. Diese Diagonale sei als bergmännischer Tunnel zu bauen. Einen gleich lautenden Beschluss hat auch der Kreistag gefasst. Teilweise hat diese Position auch Niederschlag im Zielkatalog des ICE-Regionalforums gefunden.

Schon zum 9. Februar, wenn in Frankfurt ein regionaler Projektbeirat tagt, der sich mit der Planung der ICE-Trasse, soll die Bürgerinitiative eine eigene Stellungnahme erarbeitet haben. urs/sm

Aktuelles auf der Homepage der BI > www.bila-ice.de


BI konstitiuert sich im Januar

ICE-Trasse: Anfang 2009 wird ein Treffen einberufen

Lampertheim. In den Reihen der Lampertheimer Kommunalpolitiker war in den vergangenen Wochen immer wieder zu vernehmen gewesen, die Stadt müsse ihre Interessen im Zusammenhang mit dem Neubau der ICE-Trasse deutlicher artikulieren. Die Parlamentarier werden alsbald Gelegenheit haben, selbst dazu beizutragen.

Denn der Agenda 21-Arbeitskreis Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen will Anfang Januar ein konstituierendes Treffen mit allen für die Thematik relevanten und betroffenen Interessengruppen organisieren. Der städtische Agenda-Beauftragte Michael Köthe koordiniert die Schritte, die sich seit den von Dekan Karl Hans Geil einberufenen Bürgerversammlungen abgezeichnet haben. Geil hatte einen gesellschaftlichen Beitrag der evangelischen Kirche darin gesehen, einer Bürgerinitiative den Weg zu bereiten, damit Lampertheim angesichts der widerstreitenden Interessen in der Metropolregion nicht von den Trassenplanungen der Bahn überfahren wird. Gemäß seines Auftrags ist der Agenda-Arbeitskreis vorrangig am Schutz von Mensch und Natur interessiert.

Er sieht sich freilich mit den wirtschaftlichen Interessen der Metropolregion an einer Koppelung des Mannheimer Hauptbahnhofs ans europäische Schnellbahnnetz konfrontiert. Inwieweit es der Bevölkerung des Kreises Bergstraße gelingen wird, dies bei der Trassenplanung in die Waagschale zu legen, vermag Köthe nicht zu sagen.

Sprecher gesucht

Bei dem geplanten Treffen Anfang 2009 soll auch ein Sprecher benannt werden. Auch in dieser Frage zeichnet sich für den Agenda-Beauftragten noch keine ideale Person ab. Klar sei allenfalls, dass der Sprecher über gute fachliche Kenntnisse im Zusammenhang mit der Trassenplanung verfügen müsse. urs

Südhessen Morgen
09. Dezember 2008

Monsterfratzen, Spinnen und Fledermäuse

Kürbisfest in ehemaliger Storchenstation



Lampertheim. Im Gebäude der ehemaligen Storchenstation des Lampertheimer Naturschutzbundes (NABU) waren alle Tische besetzt. Fünfzehn kleine Naturschützer schnitzten eifrig lustige oder schaurige Gesichter in ihre ausgehöhlten Kürbisse. Die beiden Jugendleiterinnen Andrea Hartkorn und Anke Diehlmann hatten zum Kürbisfest eingeladen.

Doch nicht nur kreative Schnitzkunst war angesagt, sondern auch das Zubereiten einer Kürbissuppe. Dafür hatten die Leiterinnen so genannte Hokkaido-Kürbisse besorgt. Beim Kleinschneiden und Pürieren durften die Kinder mithelfen. Im großen Topf wurde das Ganze noch mit schmackhaften Gewürzen zubereitet.

Wer mit Kürbisschnitzen fertig war, konnte sich draußen entweder an einem Naturerlebnisspiel beteiligen oder eine gruselige Halloween-Maske aus Tonpapier basteln.

Mit Wasserfarben wurden Teufels-, Monster- und Hexenfratzen oder Spinnen und Fledermäuse draufgemalt. Für Augen und Nase wurde ein kleines Loch heraus geschnippelt. Schließlich wurde die Gruselmaske um den Kopf herum gelegt und zusammen geklebt.

Die Leiterinnen verteilten abschließend noch kleine Teelichte, welche in die ausgehöhlten Kürbissen hinein gelegt wurden. Der Raum wurde verdunkelt und die orangefarbigen Gewächse fingen an zu leuchten. Jetzt setzten die Kinder noch die Halloween-Masken auf und die Gruselstimmung war perfekt. aha

Südhessen Morgen
30. Oktober 2008


Erstes kreisweites NAJU-Zeltlager in Bürstadt

 

Zum ersten Mal wurden die Zelte für ein kreisweites Jugendzeltlager des NABU Bergstraße in Bürstadt aufgeschlagen. Kinder und Jugendliche der Naturschutzjugend aus Bürstadt, Lorsch und Lampertheim hatten dabei die Gelegenheit ein erlebnisreiches Wochenende zu verbringen.

Auf dem Gelände des Bürstädter Naturschutzbundes riss am vergangenen Freitag Nachmittag die regenverhangene Wolkendecke auf. Sogleich wurde das große Zelt auf der Anlage in Augenschein genommen. Hier war genug Platz, um es sich für die kommenden zwei Nächte gemütlich zu machen. Viele campingerfahrene Jugendliche brachten jedoch ihre eigenen Zelte mit. Dadurch gab es keinerlei Gedränge um den besten Schlafplatz.

Bald war schon Zeit zum Abendessen, deshalb sammelten die Kinder schon bald fleißig Holz für den Grillplatz. Hierfür wurden auch besonders lange und dünne Zweige für das beliebte "Stockbrotessen" gefunden und geschnitzt. Zur Dämmerung gab es Lagerfeuerromantik pur, mit stimmungsvoller Gitarrenmusik und fetzigen Liedern wie beispielsweise dem berühmten "Schnakenrock".

Am nächsten Tag gab es neben Ballspielen auch viel zum Basteln und zum Werken. Kleine Klappstühle wurden gezimmert und angemalt. Mit Sägen, Feilen und Raspeln bearbeitete der NABU-Nachwuchs samt Betreuer diverse Ytong-Steine. Es entstanden dabei Köpfe, Vasen und allerlei Getier. Auch neue Wohnungen für Wildbienen wurden angefertigt. Für die Nisthilfen wurden Bambus, Zweige und Steine verwendet.

Am Abend wanderten die Betreuer mit ihren Schützlingen zur Brücke am alten Bahnwärterhäuschen. Dort hoffte die Gruppe, auf umherflatternde Fledermäuse zu treffen, die dort zu beobachten sind. Leider waren die Nachtjäger wohl schon anderweitig unterwegs, so dass keine gesichtet wurden. Entschädigt wurden alle aber von einem ganz anderem Naturschauspiel. Die partielle Mondfinsternis, bei fast klarer Nacht, sorgte für erstaunte Gesichter bei den jungen Naturfreunden, die gespannt auf den Schatten der Erde am Himmel blickten.

Ganz ohne Fledermäuse lief der Abend dennoch nicht ab.

Der Lorscher Fledermausexperte Klaus Schumacher, brachte zur anderthalbstündigen Wanderung einen Pflegling, eine Breitflügelfledermaus, mit.

Am Sonntagmorgen wurde dann nach einem ausgiebigem Frühstück wieder aufgeräumt und die Sachen gepackt. Die Betreuer der einzelnen Jugendgruppen Christine Winkler, Marion Jöst, Andrea Hartkorn, Reiner Molitor und Nicolai Poeplau waren mit dem Ablauf zufrieden.

Auch in den kommenden Jahren wollen sie wieder ein kreisweites Zeltlager für die Jugen des Naturschutzbundes sorgen. Hierfür möchte man auch noch mehr Bergsträßer Naturschutzjugendgruppen gewinnen.

Bilder des Zeltlagers stehen auf der Internetseite nabu-bergstrasse.de.

Ferien: Grundschüler zu Besuch an der ehemaligen Storchenstation / Vormittag mit Naturschützerin Andrea Hartkorn

"Haben Käfer auch Augen?"

Lampertheim. Jan hat mit seinem Fangnetz etwas aus dem Wasser gefischt. Dann kramt er nach seiner Lupe, um sich den Fund genauer anzugucken. "Ein Rückenschwimmer", sagt er und strahlt. Mit blauen Gummistiefeln, einer Kappe gegen die Sonne und einem T-Shirt, auf der eine riesige Ameise abgebildet ist, hat sich der Siebenjährige perfekt auf den Vormittag an der ehemaligen Storchenstation mit Andrea Hartkorn vom Naturschutzbund (NABU) vorbereitet.

Jan und 14 weitere Grundschüler der Hüttenfelder Seehof-Schule halten fleißig Ausschau nach Kaulquappen und Wasserinsekten in zwei Teichen. Der Ausflug zur Storchenstation ist einer der Programmpunkte, die sich Ursel Senftner und Julia Kühner für die Ferienbetreuung überlegt haben. Von acht bis 13 Uhr werden die Grundschüler zwei Wochen lang betreut. "Das ist vor allem für berufstätige Eltern praktisch", erklären die beiden Betreuerinnen.

"Das juckt", sagt plötzlich Laura und zeigt auf ihre Hand. Die Siebenjährige hat versehentlich in eine Brennnessel gelangt. Trotzdem greift sie wieder nach ihrem Kescher und taucht ihn in den kleinen Tümpel. "Welche Tiere leben denn im und am Wasser?", fragt Andrea Hartkorn. "Fische, Frösche und Wasserschnecken", ruft ein Junge. "Libellen", sagt ein anderer. "Und auch Molche leben im Wasser", ergänzt Hartkorn.

Jeder bekommt ein Glas

Die Kinder werden in zwei Gruppen eingeteilt. Sieben Jungen und Mädchen machen sich auf zum kleinen Teich. Jeder bekommt noch ein kleines Glas mit. "Hier könnt Ihr die Tiere unterbringen, die ihr gefangen habt", gibt ihnen Hartkorn mit auf den Weg. "Als erstes müsst Ihr aber etwas Teich-Wasser in das Glas füllen." "Dürfen wir die Tiere dann behalten?", fragt ein Junge. - "Nein", antwortet Hartkorn. "Die wohnen doch hier im Wasser und fühlen sich anderswo nicht wohl."

Die zweite Gruppe bleibt am Haus der ehemaligen Storchenstation. Dort lernen die Kinder, wie aus Kaulquappen Frösche werden. Aus dem kleinen NABU-Aquarium dürfen sie schließlich auch einen Gelbrandkäfer, Kaulquappen und andere Insektenlarven fischen und sie beobachten. Und dann zeigt Andrea Hartkorn noch präparierte Käfer, die im Wald vorkommen. "Wie heißt denn dieser Käfer?", fragt die Naturschützerin und zeigt auf ein Exemplar mit einem besonders auffälligen Oberkiefer. "Das ist ein Hirschkäfer", ruft Jana sofort und Lukas fragt schließlich: "Haben Käfer auch Augen?" - "Ja, klar", betont Hartkorn. "Sonst können sie ja gar nichts sehen."

"Kinder sind meist sehr offen und neugierig", ist die Erfahrung der Naturschützerin. Daher freut sie sich, wenn sie Jungen und Mädchen, durch die Flora und Fauna Lampertheims führen kann.

"Trotzdem kann es auch vorkommen, dass Kinder der Natur gegenüber nicht zugänglich sind." Kürzlich erst sei ein Junge in ihrer Gruppe gewesen, der schon zu Beginn der Führung besonders aggressiv gewesen sei und seinen Fuß über einen Käfer oder Frosch gehalten habe. "Ich habe ihn beiseite genommen und mit ihm geredet." Da sei er plötzlich ganz interessiert bei der Sache gewesen und habe viele Fragen gestellt. "Wenn so etwas passiert, ist das natürlich ein schönes Erfolgserlebnis", fasst Hartkorn zusammen während sie zurück zur ehemaligen Storchenstation läuft.

Dort stehen mittlerweile schon einige Gläser mit kleinen Insekten und Frosch- und Molchlarven. Gemeinsam mit Andrea Hartkorn bestimmen die Kinder die Tiere schließlich noch, bevor es mit ihren beiden Betreuerinnen wieder zurück nach Hüttenfeld geht.

Von unserem Redaktionsmitglied Claudia Kölbl
Südhessen Morgen
04. Juli 2008

Wird größter Flachwassersee in Südhessen der Verlandung überlassen?

Zunehmende Verlandung droht durch Verbuschung des Flachwassersees

>aktueller Pressebericht vom 27. Mai 2008 / Südhessen Morgen (pdf-Datei)

Stadtentwicklungs- und Bauausschuss: Thema Altrhein

Welsches Loch: Haken dran

Lampertheim. Nach knapp zweijähriger Projektstudie hat die Arbeitsgemeinschaft Auengewässer den parlamentarischen Gremien nun eine Arbeitsgrundlage vorgelegt. Zusammen mit dem Institut für Umweltstudien (IUS) in Heidelberg unterbreitete die Arbeitsgemeinschaft dem Stadtentwicklungs- und Bauausschuss gestern Abend ein Konzept mit Sanierungsvorschlägen.

Laut Projektbegleiter Andreas Ness herrscht im Bereich Welsches Loch und Rallengraben kein Handlungsbedarf. Er teilt damit die Auffassung der Landesbehörden. Allerdings ließ die Lampertheimer Agenda 21-Arbeitsgruppe Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen gestern ein Papier kursieren, in dem sie von einem Nichtstun am Welschen Loch abrät: Ein Verschwinden der Wasserfläche wäre mit Blick auf die Bedeutung des Biotops für die Vogelwelt ein großer Verlust für das Naturschutzgebiet.

Der Gewässerexperte rät unterdessen zur Beobachtung des Welschen Loch. Es sei nicht anzunehmen, dass das Biotop in absehbarer Zeit vertrockne. Für den Altrhein und das Heegwasser schlug Ness hingegen konkrete Maßnahmen vor: eine Frischwasserzufuhr (die durch die Verbindung zwischen Neu- und Altrhein im Zuge der Deichrückverlegung entsteht), ein Zurückholzen der Uferpappeln, die Bewirtschaft mit Fischarten in Verbindung mit neuen Wasserpflanzen. Während für die Frischwasserzufuhr das Land Baden-Württemberg aufkomme, wären für die Ufergehölzpflege mit Kosten in Höhe von rund 60 000, für den Fischbesatz 20 000 und für die Ansiedlung neuer Wasserpflanzen 15 000 Euro zu rechnen.

Eine Entschlammung von Altrhein und Heegwasser "kann", so der Gewässerexperte, "Sinn machen". In diesem Fall wären laut Ness rund eine halbe Million Kubikmeter Schlick zu entfernen. Kosten: zwei bis drei Millionen Euro. Zu entsorgen wäre der Schlick Ness zufolge in einem Baggersee oder über ein künstliches Loch in einer Größe von 4,5 Hektar und 20 Meter Tiefe. Für die Maßnahme stellte Ness EU-Fördermittel in Aussicht. Von einer Verklappung im Rhein rät der Fachmann ab: Bei Hochwasser würde der Schlamm wieder in die Auenlandschaften geschwemmt.

Erster Stadtrat Ulrich Vonderheid schlug vor, hinter der Option, das Welsche Loch auszubaggern, "einen Haken zu machen". Es gebe zur Zeit keine stichhaltigen Argumente für einen solchen Eingriff. urs

Südhessen Morgen
21. Mai 2008

siehe auch Statement des Agenda-21-Arbeitskreises Naturschutz


Naturschutz: "Stunde der Gartenvögel" will Spaß an der freien Natur vermitteln

Fernglas, Zählbogen, Bleistift und viel Geduld


Teilnehmer entdecken zahlreiche Gartenvögel in den
Lampertheimer Hubengärten


Lampertheim. Quer durch die Republik rief wieder der Naturschutzbund und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz Bayern e.V. Vogelfreunde dazu auf, sich eine Stunde lang alle Piepmätze im Garten zu notieren. Auch die Ortsgruppe Lampertheim hatte dazu aufgerufen, bei der Aktion "Stunde der Gartenvögel", ob privat oder in einer Gruppe, mitzumachen.

"Dabei geht es nicht um die exakte Bestimmung von Bestandszahlen", erklärte Zweiter Vorsitzender Gerd Will. Wichtiger sei vielmehr dabei, Spaß und Freude an der Vogelbeobachtung in freier Natur zu haben. Die Meldungen würden aber auch an den Bundesverband weitergegeben, der dadurch Trends und Anteile der Populationen bestimmen kann. Zudem sollen dabei Kenntnisse über die Entwicklung einzelner Vogelarten sowie zu regionalen Unterschieden gewonnen werden.

Die Lampertheimer Naturschützer suchten sich diesmal für eine gemeinsame Mitmachaktion das Gelände an den Hubengärten heraus. Zwar zog nur eine kleine Gruppe los, um sich dort über die Vogelwelt schlau zu machen, doch schließlich konnte die Zählung auch jeder interessierte Gartenbesitzer bei sich zu Hause durchführen.

Girlitz - fotografisch festgehalten von Klaus Markhoff

Mit Fernglas, Zählbogen und Bleistift ausgestattet, wurden nun die ersten Vogelbeobachtungen notiert. Da sich nicht jeder Piepmatz freiwillig zeige, war es nun auch wichtig, seine Ohren zu spitzen. So wurden entlang an Hecken und Sträuchern schon bald Mönchsgrasmücken ausgemacht. "Der typische Gesang beginnt mit einer leise schwätzenden Strophe und nimmt dann an Lautstärke zu", erklärte Vogelschützer Will. In die aus flötenden Tönen bestehenden, kurzen Strophen würden auch teilweise Imitationen anderer Vögel eingefügt. Kurz danach war auch der melodiöse und schöne Gesang von Amseln zu hören. Der Bekanntheitsgrad der größten heimischen Drossel sei daher relativ groß. Immer wieder flogen auch mit lautem "Tschilpen" die munteren Spatzen durch die Gärten. "Eigentlich nennt man sie ja Haussperlinge", zwinkerte Will. Sie gehörten zu einer Vogelart, die besonders weit verbreitet ist. Daher sei auch ihr Bekanntheitsgrad relativ groß.

Zudem zeigen die frechen und gewitzten Kerlchen auch geselliges und soziales Verhalten. Neben Blau- und Kohlmeise, wurden auch Buchfink, Elster, Grünfink, Hausrotschwanz sowie Zaunkönig, Nachtigall und Zilp-Zalp vernommen.

Fleißig notiert wurden auch die Anzahl der Stare, die ab und zu durch die Gärten streiften. Ein fröhlich zwitschernder Girlitz konnte gut auf einer lichten Baumkrone geortet werden. Seine Verwandtschaft zum Kanarienvogel sei äußerlich durchaus erkennbar: das Männchen trägt einen gelben Bürzel und zur Brutzeit auch eine grünlich-gelbe Stirn, Kehle und Brust. Seine lang anhaltendes, etwas hektisch und klirrendes "zr'r'rilitt" erinnerte an einen quietschenden Kinderwagen.

An einer Hecke hinter einem Gartenzaun, vernahm Will den Gesang einer Dorngrasmücke. An ihrem typisch grasmückenartigen "Geplapper", mit schnellen, gequetschten Tonfolgen, war sie für das Ohr des Vogelschützers unschwer zu erkennen. Abschließend konnten die Vogelfreunde noch einen Storch und zwei Bussarde am Himmel ausmachen. Mit den ausgefüllten Meldebogen, die online an den Bundesverband NABU weitergeleitet werden, nehmen die Teilnehmer automatisch auch an einer Verlosung teil. Es locken wieder Preise wie eine Reise in die Niederlausitz ins Naturparadies Grünhaus sowie Ferngläser, Fahrräder, Buchpreise und Touren-Rucksäcke. aha

Südhessen Morgen
15. Mai 2008


Tag der offenen Tür: Für kleine und große Naturfreunde der Sandgrube Feuerstein gab es viel zu entdecken

Wo Erdkröten und Teichmolche wohnen




Lampertheim. Zum ersten Mal öffnete der Lampertheimer NABU die Pforten an der Sandgrube Feuerstein. Zum Tag der offenen Tür konnten sich große und kleine Naturfreunde Einblick in das schützenswerte Biotop verschaffen. Zweiter Vorsitzender Gerd Will hat sich auf Amphibien- und Vogelschutz spezialisiert und informierte über die aktuelle Amphibienwanderung.

"Mittlerweile konnten wir schon etliche Kröten, Frösche und Molche zählen", erklärte er. Will und sein Mithelfer Walter Lisewitsch haben in den Eimern, die gegenüber am Waldrand, am Amphibienschutzzaun eingegraben wurden, jede Menge dieser Tiere statistisch erfasst.

So seien bisher etwa 1500 Erdkröten, 150 Bergmolche, 10 Teichmolche, 15 Wasserfrösche, ein Dutzend Kreuzkröten und sechs der sehr seltenen Knoblauchskröte sowie ein Exemplar des nicht minder seltenen Springfrosches, gesammelt worden.

Auch die Vogelwelt sei hier in der mit Grundwasser gespeisten Sandgrube mit Grünfüßigem Teichhuhn, Blässralle, Zwergtaucher, Stockenten sowie Teichrohrsängern vertreten.

Im Jahr 2002 konnte Will auch die sehr selten gewordenen Rohrweihe, einen schlanken, schmalflügeligen Greifvogel, brüten sehen. "Ab und zu besucht uns auch hier der bunt-schillernde Eisvogel sowie Graureiher und Seidenreiher", erklärte er stolz.

Von 1974 bis 1983 wurde hier noch Sand abgebaut. Danach lag sie jahrzehntelang brach. 2002 konnte die Grube aus Mitteln der naturschutzrechtlichen Ausgleichsabgaben der Stadt Lampertheim gekauft und an den NABU übertragen werden. Die Naturschützer entrümpelten das Gelände und ließen einen neuen Zaun darum ziehen. Sie sei ein gutes Beispiel dafür, wie frühere Wunden in der Landschaft verheilen und zu Rückzugsgebieten für bedrohte Tiere und Pflanzen werden können.

Will forderte die jüngsten Besucher auf, schon mal fleißig Kröten, Frösche und Molche aus den Eimer zu sammeln, die in der vorherigen Nacht in die Eimer geplumpst waren. Bevor die kleinen Tiere ins nasse Element entlassen wurden, demonstrierte er mit einer Erdkröte ein Experiment. Er setzte sie in einen mit Sand gefüllten Eimer. Sogleich grub sie sich mit schaufelartigen Bewegungen in den Sand hinein. "Sie wird deshalb im Volksmund auch Schaufelkröte genannt", erläuterte er.

Anschließend gab es noch eine Führung um die Sandgrube. Auf einem Trampelpfad galt es, sich entlang an Büschen und allerlei interessantem Pflanzenwuchs zu schlängeln. NABU-Kreisvorstandsmitglied Dr. Nicolas Chalwatzis, Insektenkundler und botanisch bewandert, zeigte den Naturfreunden die Rosetten der Königs- und Nachtkerzen. "Hier, auf sandigem Boden und in vollsonniger Lage gedeihen sie am besten", bemerkte er. Im Sommer wachsen dann die langen Stängel, an denen sich wunderschöne, einzelne gelbe Blüten öffnen. "Diese sind dann allerdings sehr kurzlebig", erklärte Chalwatzis. "Sie öffnen sich erst in der Abenddämmerung und sind meistens bis zum nächsten Mittag wieder verblüht."

Auf dem Rundweg konnten sich die Besucher eine gute Übersicht über die relativ große Sandgrube verschaffen. "Botanisch lohnt es sich insbesondere im Frühsommer, wieder in der Sandgrube vorbei zu schauen", so Chalwatzis. Dann würden sich Wildrosen, Bergsandglöckchen, Wicken, Nelkengewächse in ihrer schönsten Blütenpracht präsentieren. aha

Südhessen Morgen
19. März 2008


Baumstämme als Unterschlupf

Niströhren für Steinkauz im NSG Lampertheimer Altrhein

Der Steinkauz - vom Aussterben bedrohte Kleineule


Lampertheim. Sicher klettert Waldarbeiter Nikolaus Rapp die Leiter hinauf. Auf seiner linken Schulter trägt er eine runde, etwa acht Kilogramm schwere Niströhre. Schwungvoll hievt er sie auf den dicken Ast einer alten Silberweide. Mit ihren etwa 80 Zentimetern sieht die Röhre nicht gerade nach einem Singvogelbrutkasten aus. Für kleine Piepmätze ist sie auch nicht gedacht, wohl aber für eine kleine Eulenart, die demnächst hier einziehen soll: Der Steinkauz. Die vom Aussterben bedrohte Eule ist etwa 22 Zentimeter groß.

Insgesamt werden fünf solcher Steinkauzröhren vom Forstamt Lampertheim für das Gebiet in der Bonaue auf dem Naturschutzgebiet "Lampertheimer Altrhein" bereitgestellt. "Früher gab es hier etwa acht bis neun Brutpaare. Vor fünf Jahren konnte ich nur noch ein Paar Steinkäuze sichten", bedauert Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des Naturschutzbundes NABU. Eigentlich seien die offenen, mit Schafen beweideten Wiesen sowie das spärlich bewaldete Gelände ein idealer Lebensraum der kleinen Eule.

Waldarbeiter Rapp befestigt eine Nisthöhle für den Steinkauz

"Aus Verkehrssicherungsgründen mussten mehrere alte Bäume gefällt werden", erklärt er. Diese aber seien für den Steinkauz wichtig. In den häufig hohlen Stämmen findet er Unterschlupf und Nistmöglichkeiten. Alte Obstbäume der Streuobstwiesen sowie Kopfweiden werden daher von ihm bevorzugt.

"Als Kopfweide bezeichnet man eine Weide, deren Stamm ab einer gewissen Höhe abgesägt wird. An der Schnittfläche treibt der Baum wieder neue Triebe aus", erläutert Eppler. Doch mit dem relativ niedrigen Schnitt der hier wachsenden Kopfweiden war Eppler nicht zufrieden. "Für den Steinkauz sind sie nicht ideal", bemerkt er. Nahrung finden die kleinen Eulen hier jedoch genug. Sie jagen vorzugsweise in der Dämmerung und nachts. Auf ihrem Speisezettel stehen große Insekten wie Käfer und Grillen, aber auch Mäuse, Kleinvögel, Jungschlangen, Eidechsen und Regenwürmer.

Gerhard Eppler gibt noch Laub als Nestunterlage in die Röhre hinein

Ein Blick in eine Steinkauzröhre hatte Eppler einmal ein eindrucksvolles Erlebnis verschafft. Wie aufgereiht lagen erlegte Mäuse nebeneinander in der Röhre, die Jungvögel seien kaum mit dem Fressen nachgekommen. "In Abhängigkeit von der Feldmausdichte legt der Steinkauz schon Ende März bis zu sieben weiße, nahezu kugelige Eier", erklärt Eppler. Nach etwa drei bis vier Wochen schlüpfen die Jungen schließlich. Als noch nicht flugfähige "Ästlinge" verlassen sie nach etwa 35 Tagen den Brutraum. Wenn es dann endlich mit dem Fliegen klappt, wandern sie aus dem Revier ab.

"Die Steinkauzröhren haben zwei Öffnungen", erklärte Gerd Will vom Lampertheimer Naturschutzbund und deutet auf die Frontseite. Die größere sei das Einflugloch, die kleinere diene sozusagen als "Guckloch". Mit Hilfe einer Taschenlampe könne man in diese Öffnung sehen. Gesäubert werden müssten diese Röhren nur alle paar Jahre. Zudem seien sie durch die zwei hintereinander versetzten Einschlupflöcher mardergeschützt. Bevor die großen Röhren auf ausgewählten Silberweiden, Schwarzpappeln oder Eichen befestigt werden, gibt Eppler noch etwas Laub und trockenes Gras hinein. Diese Einstreu soll als Nestunterlage den zukünftigen Steinkäuzen im Naturschutzgebiet dienen.

Südhessen Morgen, 15.02.2008/aha


NABU für Bündelung von A67 und neuer ICE-Trasse in Südhessen

Für die Bündelung der Trassen -
gegen weitere Durchschneidung des Waldes


Wetzlar; Der NABU Hessen protestiert gegen den angeblichen Kompromiss der Bahn AG und der Metropolregion Rhein-Neckar, die ICE-Neubaustrecke von Lorsch aus ohne Trassenbündelung mit der Autobahn A 67 quer durch den Wald nach Mannheim führen zu wollen. „Die Riedwälder am Rande des Ballungsraums sind von herausragender Bedeutung als Erholungsraum für die Menschen, als Grundwassereinzugsgebiet und nicht zuletzt für den Naturschutz“, so Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen.

Es gehe nicht an, eines der letzten zusammenhängenden Waldgebiete in der hessischen Rheinebene durch eine Bahntrasse zu zerstückeln, für die es umweltverträglichere Varianten gibt. Eppler weist darauf hin, dass die in Rede stehende Variante durch den Wald im Raumordnungsverfahren nicht näher untersucht worden ist. Somit müsste vor einem Planfeststellungsverfahren, das jetzt eigentlich ansteht, ohnehin das Raumordnungsverfahren noch einmal neu aufgerollt werden. Ein neues Raumordnungsverfahren würde die Streckenplanung noch einmal um Jahre zurückwerfen, auch dies sei nicht im Sinne des Umweltschutzes. Man wolle schließlich schnell möglichst viel Verkehr auf die Schiene verlagern.

Auch ein Verkehrsprojekt von europäischer Bedeutung dürfe nicht auf dem Rücken der Natur und der Menschen in einer schon stark belasteten Region durchgesetzt werden. Im Viernheimer, Lorscher und Lampertheimer Wald liegen außerdem mehrere nach EU-Recht ausgewiesene FFH- und Vogelschutzgebiete – auch diese von europäischem Naturschutzrang. „Das wird Probleme geben“, ist sich Eppler sicher und kündigt energischen Widerstand des Naturschutzbundes gegen Trassenpläne durch den Wald an.

siehe auch >hr-online-Video "Bergstraße erteilt ICE-Trasse eine Absage"


Rückblick 2007

Hygieneartikel & Co. gehören nicht ins Klo
NABU Lampertheim beteiligt sich bei Aktionstagen
für Schüler mit eigenem Stand

NABU-Stand präsentierte die Vogelwelt des Naturschutzgebietes, insbesondere die Wasservögel

Umweltinformationen für Schüler

Das Hygieneartikel und Co. nicht ins Klo gehören, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Doch Informationsbedarf ist nach wie vor gegeben. In diesen Tagen macht die Umweltkampagne der Stadtentwässerung Lampertheim in Zusammenarbeit mit der Initiativgruppe zur Rettung des Lampertheimer Altrheins in den Räumen des Kanu-Clubs Station. Dort werden die Schüler der weiterführenden Schulen in Lampertheim mit Informationen rund um die Themen fachgerechte Entsorgung, Umweltschutz und Altrhein versorgt. Ergänzt wird das Programm mit Exkursionen auf dem Gelände der Lampertheimer Kläranlage. red.

Südhessen Morgen v. 25.10.07



Herbst zeigt sich von der schönsten Seite
Naturkundliche Radwanderung mit dem Lampertheimer Naturschutzbund


Lampertheim. Zu einer gemeinsamen naturkundlichen Radtour entlang des Altrheins und seiner einzigartigen Landschaft hatte der Lampertheimer Naturschutzbund seine Gäste mitgenommen. Die Sonne präsentierte den Herbst von seiner schönsten Seite. Treffpunkt war an der Biedensandbrücke. Von dort aus starteten ein Dutzend Radler in Richtung Hochwasserdamm.

Hier oben konnte man sich einen Blick auf den Altrhein und seiner wild-romantischen Natur verschaffen. Die Radtruppe machte Halt am ehemals "Hohen Weg", der heutigen Wormser Straße, die bis zum "Kechlers Brunnen" verläuft. "Der damalige Hohe Weg diente gleichzeitig als Rheindamm, auch heute noch", erklärte Zweiter Vorsitzender Gerd Will. "Kechler" sei damals ein Lampertheimer Personenname gewesen. Der Brunnen, der nach ihm benannt wurde, lag rechts an der Wormser Straße an der Abzweigung nach dem früheren Bahnhof "Lache".

Am Küblinger Damm

Mit dem Wort "Lache" verbanden einige Teilnehmer richtigerweise die Verbindung zu "Wasserlache", einem Wort südbadischer Abstammung. "Um 1880 stand dort eine Dampfziegelei. Der Bahnhof wurde zehn Jahre später dem Verkehr übergeben", erklärte Will. Die Strecke reichte von Weinheim bis Worms. Nächste Station der Radeltour war der Küblinger Damm. Dieser, vom Hohen Weg abgehend bis zum früheren Mainzer und Wormser Zollhaus, wurde 1738 vom Rheindürkheimer Jakob Küblinger errichtet.

Wegweiser "Eiserne Hand"

Historisch Interessantes erfuhren die Naturfreunde auch am Wegweiser "Eiserne Hand". Dieser wurde 1774 aus Holz errichtet und zeigt den Weg zum Bürgerfeld nach Worms. "Die Benutzung des Weges war damals allerdings nur Wormsern vorbehalten", so Will. Jenes "Bürgerfeld" sei bis 1801 Eigentum der Wormser Bürgerschaft gewesen. Zwischen dem Küblinger Damm und dem Altrhein liegen die "Lüssen". Diese waren so genannte Hubwiesen des großen Hubgutes. Heute haben sich dort Industriegebiete angesiedelt. Etwas versteckt und nicht gleich zu erkennen war das Freischärlergrab, das die Radler neben einer Hinweistafel entdeckten. Mit Freischärler wird ein Angehöriger einer militärischen Gruppe bezeichnet, der sich ohne Ermächtigung einer der kriegsführenden Staaten an einem Krieg beteiligt. "Flößer aus Kastell fanden 1848 einen solchen tot im Altrhein und haben ihn hier in aller Stille beigesetzt", erklärte Will.

Am Freischärlergrab

Abschließend wurde die alte Streuobstwiese "Zwetschgengärtchen" erkundet. Am Altrhein gelegen und vom Forstamt betreut, bot sich ein idyllisches Bild mit gemähter Wiese und alten Obstbäumen. "Allerdings werden dort heutzutage überwiegend Apfel- und Birnbäume angepflanzt", so Will. aha

Am Zwetschgengärtchen - alte Streuobstwiese

Südhessen Morgen
05. Oktober 2007


Fledermausbeobachtung an der Biedensandbrücke
Gewinnspiel für Kinder und anschließende Abendwanderung

Großer Andrang auf der Biedensandbrücke - viele große und kleine Bat-Fans kamen zur Fledermausbeobachtung
Bild: Asel

Den "Biedensand-Vampiren" auf der Spur

NABU Lampertheim veranstaltet Fledermausexkursion / Kleine Tiere mit großem Hunger

Vom 27.08.2007/Lampertheimer Zeitung

bj. LAMPERTHEIM Freitagabend auf der Biedensand-Brücke: In der Dämmerung sammelte sich eine Gruppe von fast 80 Personen, größtenteils Kinder, das Panorama des Altrheins im Rücken. Es herrschte Stille, ein jeder horchte konzentriert. Plötzlich drangen knackende und klickende Geräusche aus einem kleinen Gerät, Kinder riefen und zeigten in die Luft - sie waren mitten in einer Fledermausexkursion des NABU Lampertheim.  
Bei dem kleinen Gerät handelte es sich um den so genannten Bat-Detektor, er macht die hochfrequenten Schreie der Fledermäuse, die der Mensch nicht wahrnehmen kann, hörbar. Und da verschiedene Fledermausarten auch verschiedene Frequenzen für ihre Rufe benutzen, lässt sich mit dem Gerät auch bestimmen, welcher Art die Fledermaus angehört, die gerade ihre Runden dreht.

Ein Rattern aus dem Lautsprecher des Detektors zeugte von Wasserfledermäusen, die in der Nähe der Brücke über den Altrhein flatterten, verfolgt von den Lichtkegeln einiger Taschenlampen. Wasserfledermäuse gleiten dicht über die Wasseroberfläche und jagen die Insekten, die sich dort tummeln. Fledermäuse benötigen viel Nahrung, da sie einiges an Energie verbrauchen: Bis zu 4000 Fliegen vertilge eine einzelne Fledermaus pro Nacht, so die Naturschützer. Entsprechend lange sind sie unterwegs. Die hochfrequenten Schreie nutzen sie dabei sowohl zur Orientierung als auch zur Jagd.

Zwergfledermaus
Zwergfledermaus - nur daumengroß

Zu beiden Seiten der Brücke hielten nicht nur die Kinder, sondern auch deren Eltern Ausschau nach den Fledermäusen. Waren gerade keine Fledermäuse zu sehen oder zu hören, testeten Andrea Hartkorn, Erste Vorsitzende des NABU Lampertheim, und Jugendleiterin Anke Diehlmann das Wissen der Mädchen und Jungen um die Fledermäuse. Warum hängen Fledermäuse im Schlaf mit dem Kopf nach unten? Es dauerte eine Weile, bis jemand die richtige Antwort fand: Damit sie keine Probleme beim Losfliegen bekommen. Nur wenige Fledermäuse können nämlich vom Boden aus abheben.

Weltweit gibt es etwa 950 Fledermausarten, in Deutschland kommen 23 vor. "Fledermäuse kann man eigentlich überall in Lampertheim beobachten", so Diehlmann. Dazu müsse man nicht extra das Naturschutzgebiet aufsuchen. In Höhlen, Kellern und alten Stollen verbringen die Tiere den Tag, aber auch in den Hohlräumen alter Bäume. Da es in diesem Jahr oft kühl war oder geregnet hat, gibt es weniger Insekten, was für die Fledermäuse ein geringeres Nahrungsangebot zur Folge hat. Die durchgeführten Maßnahmen zur Schnakenbekämpfung hatten dagegen jedoch kaum Einfluss auf den Bestand, denn die Fledermäuse ernähren sich auch von Faltern und anderen Insekten.

Entdeckten die Teilnehmer eine neue Fledermaus, testete Hartkorn die verschiedenen Frequenzen, um die Art zu bestimmen. Schließlich bekamen die Beobachter sogar den Großen Abendsegler zu Gesicht, und auch Zwergfledermäuse sahen sie.

Auch ein kleines Gewinnspiel veranstalteten die Naturschützer. Als Preise winkten Fledermaus-Überraschungspakete. Ihren Abschluss fand die Fledermausexkursion mit einer Nachtwanderung im Naturschutzgebiet.



Schüler entdecken Biedensand
Exkursion über das Naturschutzgebiet

Am 22. Juni startete die Klasse 3 c der Schillerschule gemeinsam mit dem NABU Lampertheim zu einer Biedensandexkursion.

Zweiter Vorsitzender Gerd Will und Sigrid Stedefeder zeigten auf dem Weg zum Welsch Loch die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt des Biedensands. Gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Renate Brückner ging es für die Schüler über die Streuobstwiese zum Rallengraben. Dabei erzählten die Fachleute etwas über die Geschichte des Naturschutzgebietes.

Auf dem Steg am Rallengraben
Gerd Will zeigt Nester der Gespinstmotte


Spannender Blick in die Kinderstube der Vögel
Naturschützer überprüfen Nistkästen im Lampertheimer Wald

Lampertheim. Jedes Jahr im Frühsommer heißt es für die aktiven Mitglieder des Lampertheimer Naturschutzbundes (NABU) das Fahrrad satteln und Richtung Stadtwald radeln. Denn dort wartet wieder eine Menge Arbeit auf sie. Die etwa 180 Nistkästen müssen wieder auf ihren Inhalt kontrolliert werden. Die Daten werden an das Forstamt weitergeleitet.

Überwiegend Kiefernbäume säumen die unterschiedlichen Abteilungen wie Rennweg, Schafweide und Kapuzinerschlag des Lampertheimer Waldes. Diese hochwachsenden Nadelbäume sind zwar anspruchslose und wichtige Forstbäume, bieten jedoch keine optimalen Brutmöglichkeiten für die heimische Vogelwelt. Deshalb hat der NABU dort Nistkästen aus stabilem Holzbetonmaterial für Vögel, aber auch Fledermauskästen aufgehängt. Für deren Pflege und Kontrolle kommen mitgebrachte Arbeitshandschuhe, Stäbe zum Ab- und Aufhängen der Kästen, Reinigungsschaber sowie ein ausgedienter Schraubendreher und Notizblöcke zum Einsatz.

Fünf türkisfarbene Trauerschnäppereier

Routiniert hängen die Helfer die bewährten, mit ein oder zwei Einfluglöchern versehenen, vier bis fünf Kilo schweren Nisthöhlen ab. Vorsichtig wird die mobile Vorderwand, die extra für Reinigungs- und Kontrollzwecke konstruiert wurde, geöffnet.
Gerd Will, Zweiter Vorsitzender und Vogelschutzexperte der Lampertheimer NABU-Gruppe erkennt schon am Nistmaterial, welcher Vogel hier gebrütet hat.

„Jede Vogelart hat ihre arttypische Nestbauweise“, erklärt Will. Die Kohlmeise baue ihr Nest aus Moos, Flechten, Halmen und Würzelchen während ihre kleinere Verwandte, die Blaumeise, es neben Moos mit weichen Tierhaaren und Federn auspolstert. Das Nest des schwarz-weiß gefärbten Trauerschnäppers beinhalte hingegen überwiegend Laub, Halme, Wurzeln und Zweige. Andere Nistkästen sind regelrecht zugemauert.

„Hier war der Kleiber am Werk. Er verklebt die Öffnung der Bruthöhle anderer Vögel mit Lehm, um sie selbst zu nutzen“, erläutert Will. Dabei baue der Kleiber den Eingang gerade so groß, dass Marder und Krähen die Brut nicht erbeuten können. Mancher Nistkasten im Lampertheimer Wald wurde aber auch von anderen Tieren genutzt. So offenbarten sich den Naturschützern in zwei Kästen flinke Gelbhalsmäuse, welche die Vogelbrutstätten besetzt hatten. Auch ein nicht mehr bewohntes Wespennest wurde gesichtet.

Immer wieder erleben die Helfer vom Lampertheimer NABU bei der Nistkasten-Kontrolle Überraschungen - zum Beispiel, wenn sie Fledermaus-Nachwuchs entdecken.

Bei insgesamt sechs Nistkästen wurden Wochenstuben von Fledermäusen entdeckt. Gerd Will tippte dabei entweder auf die Rauhaut- oder die Fransenfledermaus, die sich beide äußerlich sehr ähnlich seien. Auch die stark gefährdeten Langohrfledermäuse, die mit ihren langen, braunen Ohren unverwechselbar sind, kamen zum Vorschein. Etwa zwanzig der nachtaktiven Flattermänner mit Nachwuchs befanden sich jeweils darin. Insgesamt gab es durch die längere Regenperiode
im Mai einige Brutausfälle durch tote Jungvögel. Betroffen waren überwiegend Kohlmeisen und Trauerschnäpper.

„Die Vogelweibchen bringen mit ihrem nassen Gefieder Feuchtigkeit ins Nest. Das hat zur Folge, dass die Jungvögel durch Unterkühlung sterben. Aber in der Natur sind solche witterungsbedingten Ausfälle durchaus normal“, erklärt Will.

Südhessen Morgen v. 13.06.2007/aha

"Düdlioh" flötet der Pirol

Naturschutzbund ruft zur Zählung von Singvögeln auf

Was für britische Naturliebhaber schon seit langem zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung geworden ist, wird nun auch vom Naturschutzbund (NABU) in Deutschland praktiziert. Bei der bundesweiten Aktion "Stunde der Gartenvögel" werden alle Vögel gezählt, die beim Blick in den Garten oder den örtlichen Park entdeckt werden. Auch der Lampertheimer NABU hat dieses Jahr wieder eine solche Veranstaltung durchgeführt und am vergangenen Sonntag zur "Zählstunde" aufgerufen.

Dabei konnte die heimische Vogelwelt auf der ehemaligen Storchenstation unter fachkundiger Führung von Gerd Will beobachtet werden und in Meldebögen eintragen werden. "Die Station wurde vor 20 Jahren gegründet. Das Gelände war jedoch langfristig ungeeignet für Störche", erklärte er. Allerdings profitiert heutzutage jede Menge Getier von dem naturbelassenen Areal. So finden hier nebst laut quakenden Fröschen in den dort angelegten Teichen sowie Igel, Eidechse und Blindschleichen auch allerlei Vögel Unterschlupf.

Aus den Bäumen und Gebüsche zwitscherte und tirilierte es, was der Schnabel hergab. Der Kuckuck war schnell in die ausgeteilten NABU-Zählbögen eingetragen. Er sei in diesem Gebiet oft zu hören und unschwer an seinem Ruf zu erkennen. Neben "Allerweltsvögeln" wie Amsel, Meisen und Spatzen gab es aber auch Arten zu vernehmen, die man nicht jeden Tag wahrnimmt. So waren die etwa zehn Teilnehmer vom akustisch wie optisch auffälligen Pirol mit seinem klangvoll flötenden "Düdlioh" begeistert. "Er wirkt eher wie ein Vogel aus den Tropen. Mit seinem knallig gelben Kopf, Rücken und Unterseite und seinen schwarzen Flügeln und Schwanz ist er nicht zu übersehen", erklärte Will.

Gruppenfoto - "Stunde der Gartenvögel" auf der ehemaligen Storchenstation

Beim Streifgang durch das Gelände war auch der virtuose Gesang der Nachtigall nicht zu überhören. Ihr melodiöser Gesang hatte schon Dichter und Musiker inspiriert. Wenn sie richtig in Fahrt kommt, schmettert sie ihren potentiellen Konkurrenten ein Stakkato schnell wiederholter Silben entgegen. Der Warnruf des Eichelhähers wirkte dagegen kreischend laut. "Kommt man ihm zu nahe, dann krächzt er ganz ärgerlich", verrät Will. Doch punkten kann er immerhin mit seinem prachtvoll bunten und schillernden Gefieder. "Der kleine Zaunkönig hat sein Nest ganz versteckt im Gebüsch", erklärte Will den zehn Teilnehmern. "Dass aus so einem kleinen, zarten Vogel jedoch ein solch kräftiger Gesang ertönt, ist schon verwunderlich", fügte er hinzu. Wenn er sich richtig ins Zeug lege, dann könne der Winzling bis zu 90 Dezibel Lautstärke erreichen.

Auch Stare ließen sich blicken. "Sie imitieren mit ihrem Gesang andere Vogelarten. Ab und zu auch mal andere Geräusche aus der Umgebung wie Klingeltöne von Handys oder quietschende Schaukeln", so der Naturschützer. Zu hören gab es auch die wohlklingenden, orgelnden Gesänge der Gartengrasmücke und der Mönchsgrasmücke. Gurrende Ringeltauben und die selten gewordene Turteltaube konnten die Besucher nebst Baumfalke in den Bäumen beobachten. Auf einem Baum entdeckten die Teilnehmer auch eine Kauzröhre. "Sie wurden dieses Jahr für den Steinkauz aufgehängt. Allerdings gibt es darin noch keine Brut. Sie brauchen noch ein paar Jahre Eingewöhnungszeit", so Will.

Aus dem sumpfigen Gebüschen drangen die mehrfach wiederholten gequetschten Silben "tschirr", "tiri" oder "djäg" der Teichrohrsänger. Auch ein anderer Bewohner bewachsener Ufer, das Grünfüßige Teichhuhn, ließ die kleinen und großen Naturfreunde aufhorchen. Seine einsilbigen, schnarrenden und auch knarrenden Laute werden von ihm oft stundenlang vorgetragen.

"Die Meldebögen dürfen jetzt an die NABU-Sammelzentrale verschickt werden", verkündete Will. Es locken Preise wie eine fünftägige Reise an den Kaiserstuhl oder auch Ferngläser, Armbanduhren, CDs und ein Norwegen-Bildband. Auch Sonderpreise für Online-Meldungen biete der NABU an. Welcher Vogel in diesem Jahr auf den Spitzenplatz in die Hitliste der Gartenvögel kommt, kann in den nächsten Tagen unter www.nabu.de erfahren werden. aha

Südhessen Morgen
15. Mai 2007

Naturerlebnis auf dem Biedensand

Lampertheim. Das frühe Aufstehen am Sonntagmorgen hatte sich gelohnt. Bei der Vogelstimmenwanderung auf dem Naturschutzgebiet "Lampertheimer Altrhein" bekamen etwa 15 interessierte Besucher einiges zu hören. Schon zu Beginn der dreieinhalbstündigen Exkursion wurden sie an der Brücke, das ins Naturschutzgebiet führt, von den lauten, klangvollen Flötenstrophen der Mönchsgrasmücke begrüßt.

Zur morgendlichen Wanderung bei sonnigem Wetter und lauer Frühlingsluft hatte die Lampertheimer Ortsgruppe des Naturschutzbundes eingeladen. Die Führung der Vogelstimmenwanderung übernahm der Ornithologe Henning Behrens. Er ist Mitglied der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) und kennt sich in Lampertheims Vogelwelt genau aus. Der Vogelkundler erklärte an der Schautafel die Entstehung des "Biedensands". Dieser entstand im Jahre 1802 aufgrund Hochwassers, welches eine im Laufe der Jahrhunderte weit ausladende Rheinschlinge bei Lampertheim abschnitt und damit den Hauptstromverlauf wesentlich verkürzte.

Kuckuckslichtnelke - eine heimische Feuchtwiesenart auf dem Biedensand

An der Durchbruchstelle entstand das heutige "Welsch Loch" und der "Biedensand" wurde zur Insel. Dank seinem großen Vogelreichtum gilt das Naturschutzgebiet als wichtigster Rastort für Zugvögel in Südhessen und dient als Brutgebiet für etliche Vogelarten. Schon nach wenigen Metern Wanderung konnte der markante und abwechslungsreiche sowie kristallklare Gesang der Nachtigall vernommen werden. "Sie gehört zur Familie der Drosseln und ist eher ein unscheinbarer Vogel, der unauffällig im Gebüsch lebt", erklärte Behrens. "Hier im Auwald gibt es auch verschiedene Spechtarten wie beispielsweise Klein-, Mittel-, Bunt-, Schwarz- und Grünspechte", bemerkte Behrens. Auf dem Waldweg zur sonnigen Heegwasserwiese erfreuten sich die Besucher an den Melodien von Zilp-Zalp, Meisen, Buchfinken und Grasmückenarten.

An der blütenreichen Wiese angekommen, wurde ein Greifvogel am blauen Himmel gesichtet. "Es könnte sich um eine Rohrweihe oder auch eine Wiesenweihe handeln", so Behrens. Ihre Lebensräume sind feuchte Gelände mit nassen Wiesen und Schilfbeständen. Von fern ertönte der Ruf des Kuckucks. Der mittelgroße, graue Vogel mit hellem Bauch und feinen Streifen auf der Brust konnte bei der Wanderung auch im Flug beobachtet werden. So beispielsweise an der Aussicht am Rallengraben, als er von einem anderen Vogel verfolgt wurde. Hier ertönten auch die Gesänge der Rohrsänger. Sie brüten im Schilf und ernähren sich von Insekten.

Haubentaucher - Symbolvogel des NSG Lampertheimer Altrhein

"Blaukehlchen brüten hier auch", erklärte der Vogelexperte. Die Vögel mit der auffällig leuchtendblauen Kehle mit weißem Stern-Fleck geben abwechslungsreiche Töne von sich. Ihr hastig vorgetragener Gesang mit zirpenden und schnurrenden Strophen, ist durchmischt mit Schwirrlauten, Pfeiftönen und Imitationen. Am "Welsch Loch" konnten die Wanderer Lachmöwen, Graureiher, Störche und ein Milan mit ihren Ferngläsern erspähen. Beim "Fretterloch" wurden verschiedene Gänsearten, eine Mittelmeermöwe und auch der Symbolvogel des Naturschutzgebietes, der Haubentaucher, gesichtet. Er ist bekannt für seine spektakulären Balzrituale und baut Schwimmnester aus Wasserpflanzen. aha

Südhessen Morgen
8. Mai 2007


Exkursion mit LGL-Klasse zum "Welsch' Loch"


Eine 5. Klasse des Lessinggymnasiums machte bei schönem Wetter am 19. April einen Ausflug ans Welsche Loch. Dabei erfuhren sie von der Lampertheimer NABU-Vorsitzenden Andrea Hartkorn einiges zur aktuellen Verlandungsproblematik der Auengewässer.

Auf ihrem Rückweg wurden ihnen noch Mülltüten von ihrer Lehrerin Gabriele Waldkircher überreicht. Beim Aufsammeln entdeckten die fleißigen Naturfreunde auch problematischen Müll wie beispielsweise einer Zahnbürste mit Batterien, zerbrochene Flaschen und Autoreifen.


Kinder werden Umweltfreunde

Evangelischer Kindergarten Rosenstock setzt auf die Sinne

Lampertheim. In einem dreimonatigen Projekt haben die Erzieherinnen der Kindertagesstätte Rosenstock ihren Vorschulkindern Lebens- und Lernräume geboten, in denen sie mit allen Sinnen die Natur und die Umwelt positiv erleben konnten. Inhaltlich gestalteten sich ihre Treffen sehr unterschiedlich: Zum Einstieg gab es viele Spiele und Anregungen zur Sinneswahrnehmung, denn die Umwelt wahrzunehmen, zu spüren und zu genießen ist Voraussetzung, um Wertschätzung entwickeln zu können.

Die Kinder trafen sich mit Markus Hörner vom Forstamt Lampertheim im Wald, wo sie Interessantes über die einheimischen Tiere und den Baum als Lebewesen erfahren durften. Eine Exkursion auf den Biedensand wurde von Andrea Hartkorn vom Naturschutzbund (NABU) fachkundig begleitet. Einen weiteren Höhepunkt bildete ein Besuch der Naturschule Bergstraße im Kindergarten. Hier konnten die Kinder kleine Experimente mit den vier Elementen machen.

Weitere Themen waren der Regenwurm, Steine, Traumfänger aus Naturmaterialien herstellen sowie Müll und Umweltverschmutzung. In diesem Zusammenhang beteiligten sich die Kinder an der Aktion "Saubere Gemarkung". Ziel des Projektes war es, das Interesse an einer nachhaltig aktiven Umweltverantwortung zu wecken. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: 19 Kinder erhielten einen Umweltpass, der sie als Umweltfreunde auszeichnet. zg

Südhessen Morgen
7. April 2007

Hochzeitsreise auf Leben und Tod

Frühzeitige Krötenwanderung wegen milden Wetters / Damit die Tiere nicht unter die Räder kommen, stellt der NABU Zäune auf

Lampertheim. Auch bei den Lampertheimern Amphibien herrscht vorzeitige Frühlingsstimmung. Die milden Temperaturen wecken Kröte, Frosch und Molch aus ihrem Winterschlaf und veranlassen sie, zu ihren Laichgewässern zu wandern. Dort werden sie sich paaren und für Nachwuchs sorgen. Dabei ist ihre Hochzeitsreise nicht ganz ungefährlich. Bei der Überquerung von Straßen entscheidet oft der Zufall über Leben und Tod.

Daher werden an gefährdeten Stellen, etwa am Waldrand bei der Sandgrube Feuerstein oder am Sandtorfer Weg, vom Lampertheimer Naturschutzbund (NABU) Amphibienschutzzäune aufgebaut. Den Aufbau an der Natostraße hat die Stadt Lampertheim übernommen. Die Frösche und Kröten laufen an der Innenseite dieser Zäune entlang und fallen dann in Behälter. Frühmorgens und abends kontrollieren dann die Naturschützer die Vorrichtungen, um die Kröten, Frösche, Berg- und Teichmolche über die Straße zu ihrem Teich zu tragen. Außerdem werden die unterschiedlichen Arten dabei statistisch erfasst.

Erdkrötenweibchen trägt Männchen huckepack zum Laichgewässer

Die Amphibien laufen vornehmlich nachts, von Einbruch der Dunkelheit an bis zum Tagesanbruch. "Die feuchtwarme Witterung der letzten Tage wird nun den ersten großen Schwung der Wanderung auslösen", erklärt zweiter NABU-Vorsitzender Gerd Will. Zuerst seien die Erdkröten, Spring- und Grasfrösche unterwegs, die stets zu den Gewässern zurückkehrten, in denen sie geboren wurden.

Das meist kleinere Männchen klammert sich während der Paarung bei fast allen Arten unter den Achseln des Weibchens fest. Dieses trägt das Männchen manchmal bis zu mehreren Tagen auf dem Rücken. Bei den Frühlaichern reisen die Männchen Huckepack zum Laichgewässer. "Die Sandgrube Feuerstein bietet für Amphibien ideale Bedingungen, dort gibt es flache Uferzonen mit Wasserpflanzen und genügend Platz zum Ablaichen", so Will weiter.

totgefahrener Grasfrosch - eine nächtliche Straßensperrung wäre der nachhaltig beste Schutz für Amphibien

Ärgerlich findet er jedoch, dass die Stadt die nicht ausgebaute Straße an der Feuersteingrube nachts nicht sperren wolle. Es sei nicht nur die Arbeit, die der Zaunaufbau bei Wind und Wetter bereite, sondern auch die Tatsache, dass es dort nicht überall möglich sei, die Schutzzäune aufzubauen. An diesen Stellen liefen Kröten und Frösche weiterhin ungeschützt über die Straße und würden dann von Autoreifen regelrecht platt gefahren. Das Argument der Stadt, die nicht ausgebaute Straße werde auch vom Militär genutzt, lässt er nicht gelten. "Es gibt dort Ausweichstraßen. In anderen Städten ist eine nächtliche Sperrung für einige Wochen auch selbstverständlich", gibt Will zu bedenken.

Zum Aufbau des etwa 350 Meter langen Zaunes kamen auch die jungen Naturschützer des NABU. Sie halfen, mittels Spaten und Harken die grünen Plastikzäune standfest zu machen. Nebenbei erklärten ihnen die Naturschutzjugend-Betreuerinnen Sinn und Zweck dieser Aktion. aha

Südhessen Morgen
26. Februar 2007

Kleine Hilfestellung für Mutter Natur

Der NABU stellt zusammen mit Kindern Amphibienzaun auf / Überlebenswichtig und lehrreich

Redaktion Lampertheimer Zeitung
vom 26.02.2007

jab. LAMPERTHEIM Am Samstag hieß es "Ran an die Spaten und Löcher graben". Aber das Sprichwort "Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein" sollte hier keine Verwendung finden. Schließlich sollen lediglich die Frösche und Kröten in die Eimer plumpsen, um sie dann sicher über die Straße zu bringen. Der Naturschutzbund (NABU) stellte am Wochenende wie jedes Jahr seinen Amphibienzaun auf.

Die Straße zur Sandgrube "Feuerstein" ist nicht ausgebaut, und man muss um viele Schlaglöcher herumlaufen, wenn man vom Parkplatz der Gaststätte "Heide" am Militärübungsgelände vorbeispaziert und sich in Richtung Sandtorfer Weg/Blumenau bewegt. Wer am Samstag immer dichter an die Sandgrube herankam, hörte schon von Weitem Kinderstimmen, die interessierte Fragen stellten und Erwachsene, die schon fleißig dabei waren, einen grünen kleinen Amphibienzaun aus Plastikfolie aufzustellen.

Die NAJU half fleißig mit

Andrea Hartkorn, Vorsitzende des NABU Lampertheim, erklärte den Kindern geduldig, wozu der Zaun gut ist. Er soll die Kröten und Frösche schützen, damit sie nicht von den vorbeifahrenden Autos überfahren werden. Die Kinder schienen mit der Antwort zufrieden zu sein, schnappten sich Eimer und Spaten und warteten auf Anweisungen. Eine von ihnen lautete: "Alle 10 bis 15 Meter einen Eimer eingraben. Also macht 15 große Schritte und dann ein schönes Loch nahe am Zaun." Die Kröten, Frösche und das andere Getier sollen in die Eimer fallen, die von den NABU-Mitgliedern Walter Liesewitch und Gerd Will morgens und abends kontrolliert werden. Was folgt, ist der anschließende Transport zum Teich. Jedes Jahr um diese Zeit erwachen je nach Witterung allmählich die ersten Erdkröten aus dem Winterschlaf und wandern zur Sandgrube, um abzulaichen.

Doch das Aufstellen des zirka 350 Meter langen Zaunes hat, so Hartkorn, nicht nur Vorteile für die Amphibien. Auch die Kinder der NABU-Jugend und andere Nachwuchs-Biologen profitierten von der Arbeit: "Durch ihre Hilfe bekommen die Kinder einen Bezug zur Natur und sehen, dass ihre Arbeit sinnvoll ist." Einige Exemplare der Wasser- und Landtiere werden als Anschauungsmaterial in artengerechte Schaukästen gesetzt. Als am Samstag dann das "Krötenwetter" einsetzte, wie Andrea Hartkorn den Regen nennt, ließen sich die Helfer und die Kinder nicht abschrecken und arbeiteten weiter an dem lebenswichtigen Bauwerk.

Nachdem die Arbeit schließlich verrichtet war, gingen die jungen Naturliebhaber gemeinsam mit Andrea Hartkorn durch das künstliche Biotop, das seit 2002 in den Händen des Naturschutzbundes liegt. "Das ist ein sehr großes Gelände, ideal auch für Wasservögel", erklärte die NABU-Vorsitzende. So sahen die Kinder in der Sandgrube unter anderem Blesshühner und Enten. Außerdem erweckten merkwürdige steinerne Anhäufungen ihre Aufmerksamkeit. Mit Natursteinen, eine Schenkung des Angelsportvereins, sollen am Ufer des Loches kleine Steinhaufen entstehen, auf denen sich allerlei Getier sammeln kann. Man hofft somit auch Eidechsen anzulocken. Die Vorsitzende ist der Meinung: "Ein solches Rückzugsgebiet ist für Tiere und Pflanzen in der heutigen Zeit wichtig", und dies müsse auch den Kindern näher gebracht werden. Bei dem zehnjährigen Florian Zehnbauer, der bereits zum zweiten Mal mithalf, scheint dieses Vorhaben geglückt. Der kleine Naturschützer sagte: "Ohne Hilfe der Menschen können diese Amphibien nicht überleben. Deswegen helfe ich hier gerne mit."

Ganz ohne Sorgen geht es auch an der Sandgrube nicht zu. "Der Wasserstand ist problematisch, er ist zu niedrig", so Hartkorn. Man hoffe aber, dass sich das bald ändert. Immerhin: Die Aktion am Samstagmorgen war erfolgreich und der Zaun steht. Nun können die Kröten kommen.

ARCHIV 2006


Ärger um Betongleitwände

Behörde sieht keinen Handlungsbedarf

Schlagabtausch zwischen Naturschützern und Straßenverkehrsamt über die Betongleitwände

vom 10.11.2006/Oliver Lohmann

LAMPERTHEIM Ist die Betongleitwand auf der B 44 eine Gefahr für Tiere und auch für Menschen? Gestern trafen sich Naturschützer, Politiker und das Amt, das die Betonwände gebaut hat, zur Diskussion über diese Frage.  

Neue Argumente wurden gestern nicht ausgetauscht, die Fronten blieben hart: auf der einen Seite Naturschützer und Jäger, auf der anderen Seite das Amt für Straßen- und Verkehrswesen Bensheim (ASV) mit Pressesprecher Markus Schmitt. Für die Naturschützer-Gruppe kritisierte Jäger und Agenda-21-Mitglied Alfred Laut das Vorgehen des Amtes als "Behördenwillkür". Ohne mit den Naturschützern vor Ort zu sprechen, sei eine Betonwand auf der Bundesstraße 44 gebaut worden. Diese mache es dem Wild unmöglich, die Straße zu passieren. Zahlreiche Tiere hätten bereits ihr Leben lassen müssen. Laut forderte Querungshilfen in Form von Lücken in der Betonwand oder Rohren.

ASV-Sprecher Schmitt wollte Lauts Wild-Todeszahlen nicht akzeptieren. Er verlasse sich lieber auf die Unfallzahlen der Polizei - und da gebe es keinen Unterschied zwischen vor und nach der Betongleitwand. Es bestehe daher kein Handlungsbedarf für die Behörde. Nachträglich Rohre für Tiere einzubauen, sei nicht möglich. Falls dadurch die Statik der Wand bei einem Unfall beeinträchtigt werde, hätte die Behörde den Schwarzen Peter. "Die Wände schützen den Verkehr auf der anderen Fahrbahn vor einem durchbrechenden Lastwagen. Außerdem schützen sie Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe vor einem Unfall und sind weniger reparaturbedürftig", so Schmitt. Alternativ zur Betongleitwand gebe es noch ein Stahlsystem, das aber nicht nur viel teurer, sondern für Rehe noch schwerer zu überwinden sei.

Laut und die anderen Naturschützer befürchten, auch beim Ausbau der B 47 zwischen der Rheinbrücke und Lorsch werde eine Betongleitwand gebaut. Schmitt konterte, dabei handle es sich um einen Neubau, womit die Naturschutzverbände ohnehin um ihre Meinung gefragt würden. Die B 44 sei nur saniert worden, da sei eine Einbindung der Verbände nicht nötig.

Lorschs Bürgermeister Klaus Jäger stellte sich auf die Seite der Naturschützer: "Man hätte die Verbände vorher hören müssen, und man hätte Lücken in den Wänden lassen können für die Tiere." Lampertheims Stadtoberhaupt Erich Maier bat Schmitt, als sich die Diskussion im Kreis drehte, um die Prüfung von Querungshilfen. Dieser sagte das zu, wollte aber keine große Hoffnung machen. Schmitt versicherte auch, dass die Lücke zwischen den beiden Wänden nach und nach verfüllt werde - dadurch könnten Rehe die Stelle überwinden. Trotz einiger Vorwürfe reichten sich Laut und Schmitt abschließend sogar die Hand zur Versöhnung.

siehe auch Artikel im TIP-Wochenblatt als pdf-Datei

Betongleitwände:
Sicherheitsrisiko für Mensch und Tier?

Streit um Anzahl totgefahrener Rehe auf der B 44:
Naturschützer sind sauer auf Verkehrsbehörde

22.09.2006/Südhessen Morgen
von Redaktionsmitglied Alexandra Schorre

Lampertheim. Die Lampertheimer Naturschützer um Hegegemeinschaftsleiter Alfred Laut sind stinksauer. Anlass dafür geben einmal mehr die Betongleitwände auf den Bundesstraßen 44 und 47, gegen die die Naturschützer schon seit Anfang des Jahres Sturm laufen und um die es auch bei der jüngsten Kreistagssitzung ging. Auf eine Anfrage der Grünen, wie viele tote Tiere seit der Errichtung der neuen Barriere auf der B44 zwischen Lampertheim und Bürstadt gezählt worden seien, hatte die Kreisverwaltung Zahlen des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) vorgelegt. Und die stimmten hinten und vorne nicht, schimpfte Alfred Laut gestern im Gespräch mit dem "Südhessen Morgen".

Zwei überfahrene Ratten, zwei Hasen, vier Katzen, sechs Tauben, einen Dachs und zwei Igel hat der Streckenwart laut ASV zwischen Dezember und Juli eingesammelt. Nicht gerade schön, aber für das ASV auch kein Grund, an der Notwendigkeit der Betongleitwände zu zweifeln. Völlig außer Acht gelassen worden sei bei dieser Statistik jedoch das Schalenwild, moniert Alfred Laut. Hätte das ASV bei den Jägern nachgefragt, wüsste es, dass allein zwischen April und August auch drei Rehe und ein weiterer Dachs auf der Strecke ihr Leben gelassen hätten. Stattdessen werde nun mit "falschen Zahlen" agiert, wirft Laut der Behörde im Namen des Lampertheimer Arbeitskreises Agenda-21 und der Jägerschaft vor.

Betongleitwände

Vor allem im Frühjahr, wenn das Rehwild Nachwuchs bekommt und ältere Jungtiere verstoßen werden, hätten sich die Betonmauern auf der B44 als Todesfalle erwiesen, erklärt Laut. Einige junge Böcke hätten in Richtung Felder und Rheinauen-Bereich fliehen wollen und seien beim Versuch die B44 zu überqueren, umgekommen. Die Dunkelziffer überfahrener Tiere sei noch wesentlich höher, ist Laut überzeugt. "Autos erlegen mehr Wild als so mancher Jäger." Ein Großteil der Kleintier-Kadaver werde jedoch binnen kurzer Zeit von Füchsen und Greifvögeln "entsorgt".

Wenn nach der B44 auch die B 47 Richtung Lorsch in Höhe des Waldgebietes mit Betongleitwänden ausgebaut werde, sei die Katastrophe perfekt, befürchtet Laut und malt ein Horrorszenario: "Uralte Fernwechsel und damit auch der wichtige Gen-austausch können dann nicht mehr stattfinden. Eine ganze Region wird abgeschottet, wir verinseln quasi zwischen Mannheim und Darmstadt." Darüber hinaus gingen mit dem wertvollen Wildfleisch "nachwachsende Ressourcen" verloren.

Dieter Melchior hält bei der Demo gegen die Betongleitwände am 30. März 2006 die Ansprache vor dem ASV in Bensheim

Laut und seine Mitstreiter wollen nicht falsch verstanden werden. Auch für sie gilt: Der Schutz von Menschen steht über dem Tierschutz. "Allerdings muss sich das gar nicht ausschließen", gibt der Leiter der Hegegemeinschaft Südliches Ried zu bedenken und verweist auf Erkenntnisse von Automobilclubs. Demnach erhöhten Betongleitwände die Verkehrssicherheit zwar dort, wo ein Lkw nach einem Unfall droht, auf die Gegenfahrbahn zu geraten. "Aber das gilt ja wohl in erster Linie für Autobahnen und nicht für Bundesstraßen, auf denen maximal 100 Stundenkilometer gefahren werden dürfen." Für Autofahrer sei das Risiko sogar höher, wenn sie in die Betonmauer krachen statt in eine herkömmliche Leitplanke, die noch nachgeben könne. "Deshalb sind die Betonmauern auf der B44 einfach Unsinn - für Mensch und Tier!", lautet das Resümee der Mauergegner.

Wenn die Betonplanken auch für die B47 nicht zu verhindern sein sollten, soll dort zumindest eine so genannte Grünbrücke den gefahrlosen Wildwechsel ermöglichen, wünscht sich Alfred Laut. Eine solche Brücke - die erste und einzige im Kreis Bergstraße - existiert bereits zwischen Mörlenbach und Birkenau. Sie werde nach anfänglicher Scheu inzwischen gut von den Tieren angenommen, berichtet Laut. In den Betongleitwänden selbst Durchlässe für Tiere zu schaffen, hatte das ASV bereits mehrfach mit der Begründung abgelehnt, es gefährde die Stabilität der Konstruktion.

Als nächstes wollen die Naturschützer die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden Lampertheim, Bürstadt und Lorsch zu einem Ortstermin einladen.



"Rohre hätten Wildwechsel ermöglicht"

Hegegemeinschaftsleiter Alfred Laut glaubt den Zahlen der Verkehrsbehörde nicht

vom 23.09.2006

LAMPERTHEIM Gar nicht einverstanden ist Alfred Laut, Leiter der Hegegemeinschaft Südliches Ried und Mitglied der Agenda-21-Gruppe, mit den Zahlen des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) über tote Tiere auf der B 44. Die Angaben seien viel zu niedrig.  

Von Oliver Lohmann

Seit Dezember 2005 kontrolliere ein Streckenwart die B 44 zwischen Lampertheim und Bürstadt - bis Juli dieses Jahres habe er folgende toten Tiere aufgefunden: zwei Ratten, zwei Hasen, vier Katzen, sechs Tauben, ein Dachs und zwei Igel. Diese Angaben stammen aus der Antwort der Kreisverwaltung auf eine Anfrage der Bergsträßer Grünen. Der Lampertheimer Jäger Alfred Laut hat nach eigenen Angaben bereits vier tot gefahrene Rehe auf der Strecke entdeckt. "Die Zahlen des ASV sind nur die Spitze des Eisberges. Kleintiere, die auf der Straße sterben, sind nach einer Stunde, in der viele Autos über sie fahren, nicht mehr zu erkennen. Auch Füchse und Bussarde wissen, dass sie an der B 44 Futter finden. Das kann man daher gar nicht alles entdecken und zählen", meint Laut im Gespräch mit der LAMPERTHEIMER ZEITUNG. 20000 Rehe würden in Hessen jährlich im Straßenverkehr umkommen.

"Ein Reh könnte eine Betongleitwand überspringen. Aber auf der B 44 gibt es die Wand gleich doppelt und mit unterschiedlichen Höhen. Da das Reh nicht sieht, wo es landen würde, springt es hier nicht drüber", erläutert der Hegegemeinschaftsleiter. Ein Wildschwein laufe an der Wand entlang, bis sie zu Ende ist. Doch der Weg kann auf der B 44 weit sein. Es gibt keinen Durchlass. Laut ASV werde dadurch der Querschnitt geschwächt, es könnte zu Lkw-Durchbrüchen kommen. Laut glaubt das nicht, es müssten Lücken von einem Meter Breite machbar sein. Im Übrigen hätte man Rohre in die Wände einbringen können, das hätte dem Wild einen gefahrloseren Wechsel ermöglicht. Daneben gebe es die Möglichkeit von Über- und Unterquerungen.

"Mich ärgert diese Behördenwillkür. Es werden Entscheidungen getroffen, ohne die Menschen zu fragen, die sich auskennen." Laut bestreitet auch, dass die Betongleitwände mehr Menschenschutz bedeuten. "Die Betonwände stammen aus den Alpen, sollen dort verhindern, dass ein Bus in eine Schlucht stürzt. Das ist sinnvoll. Aber bei uns sind sie nicht nötig. Sie können zu schweren Unfällen führen." Die Wände, die bei Lorsch aufgestellt wurden, findet Laut nicht so dramatisch, weil es dort wenig Wildwechsel gebe - angesichts von Autobahn, Kleingärten und Gewerbegebiet.

Aber es gelte nun, mit aller Macht zu verhindern, dass Betongleitwände zwischen Rosengarten und Lorsch installiert werden. Hier ist ein vierspuriger Ausbau der Straße geplant. "Wenn auch die B 47 dichtgemacht wird, kann das Schwarzwild nicht mehr wechseln. Das wäre eine Katastrophe. Wir verinseln genmäßig, denn auch die Autobahnen verhindern ja, dass ein Wildschwein weiterziehen kann", erklärt Laut. Ein Wildschwein auf Futtersuche oder in der "Rauschzeit" sei in der Nacht 30 Kilometer und mehr unterwegs.

Notfalls werde in Sachen B 47 der Klageweg beschritten, versichert Laut. Glücklicherweise nehme die Zahl der Betongleitwand-Gegner zu - auch bei den Parteien. "Demnächst wollen wir uns mit den Bürgermeistern von Lampertheim, Bürstadt und Lorsch an einen Tisch setzen, um das Thema zu erörtern."

Lampertheimer Zeitung v. 23.09.06


Link zum Untersuchungsprogramm 2006/07
Lampertheimer Auengewässer >hier


Workshop "darf" weitermachen...

Parlament bewilligt Gelder für Altrhein-Initiative

Rot-Grün und FDP setzen Ausgaben in Höhe von 6000 Euro durch /
CDU: "Kasperletheater"

Lampertheim. Die Arbeitsgemeinschaft Auengewässer kann weitermachen.
Das Stadtparlament hat gestern abend gegen die Stimmen der CDU beschlossen, der Bürgerinitiative zur Durchführung von Gewässerproben 6000 Euro zu bewilligen. Außerdem wurde durch die rot-grüne Mehrheit der parlamentarische Antrag vom Dezember letzten Jahres erneuert, die Verwaltung möge Verhandlungen mit der Landesregierung über ein Ausbaggern des Welschen Lochs aufnehmen.

Laut SPD-Fraktionschef Hans Hahn ist die bewilligte Summe ausreichend, um eine Untersuchungsreihe durchzuführen. Die von der Verwaltung vorgeschlagenen Ausgaben in Höhe von 20 000 Euro - für die die CDU eingetreten war - umfassten auch die Erstellung eines Maßnahmen- und Sanierungskonzepts. Diese Kosten sollen nach Ansicht der rot-grünen Koalition zu einem späteren Zeitpunkt verhandelt werden.

Hans Hahn äußerte zugleich die Missbilligung seiner Fraktion über die Weigerung des Ersten Stadtrats Ulrich Vonderheid (CDU), Gespräche mit dem Umweltminister aufzunehmen. Stattdessen habe dieser wenige Tage vor den Kommunalwahlen das Altrhein-Hearing initiiert. Der Sozialdemokrat kritisierte wie Max Plenert vom Grünen-Koalitionspartner auch, dass wichtige Informationen - etwa über das Zustandekommen des Betrags von 20 000 Euro - gar nicht oder nur schleppend von der Verwaltung an die Gremien erteilt worden seien.

Für CDU-Fraktionsmitglied Dieter Meyer zeigte die Position von Rot-Grün nach den Abstimmungsverhalten in den Ausschüssen: "Das Kasperletheater geht weiter." Und Christdemokrat Michael Jacobi befand: "Der Erste Stadtrat hat alles richtig gemacht." Ohne eine Informationsgrundlage, die durch die Untersuchungs-ergebnisse erst erarbeitet werden solle, seien solche Verhandlungen von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen. Ulrich Vonderheid selbst wies die Debatte innerhalb der rot-grünen Koalition als "Spielerei" zurück. Er wehrte zudem "mit Vehemenz" Unterstellungen ab, er habe sich in Sachen Altrhein aus partei- oder wahltaktischen Gründen engagiert. urs

Südhessen Morgen
15. Juli 2006


Adresse des Artikels:
http://www.morgenweb.de/region/lampertheim/20060715_lac1100025_19506.html




Workshop "Regenerierung der Lampertheimer Auengewässer" vor dem Aus?

Stellungnahme zum Hick-Hack der lokalen Politik bezüglich Finanzierung
eines Maßnahmen-Konzeptes zur Sanierung der Gewässer


Karte Naturschutzgebiet "Lampertheimer Altrhrein"

Mit großem Befremden haben wir festgestellt, dass die Bewilligung von 20.000 Euro zur Erhebung von Daten als Basis für das Ausbaggern des Altrheins und das Wiederherstellen des Welsch'en Lochs gefährdet ist.

Die letzten Sitzungen sowie Gespräche mit Abgeordneten haben gezeigt, dass wesentliche Informationen über das Naturschutzgebiet Lampertheimer Altrhein entweder als Halbwahrheiten oder gar nicht verarbeitet worden sind. Es drängt sich für Bürger dieser Stadt ferner auf, dass das Wohl dieser Gemeinde politischen Streitereien geopfert wird.

Wir erinnern die Parteien an ihre Wahlversprechen, sich für den Erhalt des Naturschutzgebietes Lampertheimer Altrhein einzusetzen. Dazu ist nötig

1. eine genaue Untersuchung des gesamten Gebietes, um das oder die Problemfelder zu erkennen und entsprechende Lösungen zu erarbeiten;

2. die Genehmigung für die Lösungen durchzusetzen und

3. die Finanzierung in Angriff zu nehmen.

Altrheinfreunde Lampertheim,
Initiative zur Rettung des Naturschutzgebietes Lampertheimer Altrhein,
Agenda-21-Arbeitskreis "Naturschutz, Landwirschaft, Ressourcen

> zum Positionspapier
> zum Positionspapier

(pdf-Datei)

Dohle
Die Dohle - Vogel des Jahres 2012


Agenda-21-Arbeitskreis
Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen sammelt über 1.000 Überschriften für die Erhaltung des 'Welsch Lochs'

Pressetermin mit gesammelten Unterschriften
Dieter Melchior, Hartmut Büchner, Andrea Hartkorn und Alfred Laut präsentieren die Unterschriftenlisten
Bild: Robert Hörner

Unterschriften sollen Ministerium wecken

Lampertheimer Arbeitskreis Agenda 21 will das Welsche Loch vor der Verlandung bewahren

Lampertheim. Das Welsche Loch droht zu verlanden, und das darf nicht passieren, darin sind sich die Mitglieder des Agenda-21-Arbeitskreises einig. "Wir müssen dringend eingreifen", lautet das Motto, um das für Tier und Mensch so wertvolle Flachgewässer vor der Austrocknung zu schützen.

Aus diesem Grund hat der Arbeitskreis vor einigen Wochen begonnen, in der Lampertheimer Bevölkerung Unterschriften "zur Ausbaggerung des Welschen Lochs" zu sammeln, die an den Hessischen Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) übergeben werden sollen. Um über die aktuelle Lage zu informieren, trafen sich Andrea Hartkorn, Alfred Laut, Hartmut Büchner und Dieter Melchior am Biedensand.

"Mit der Unterschriftenaktion wollen wir zeigen, dass wir was machen und dass die Lampertheimer Bevölkerung hinter uns steht", meinten Andrea Hartkorn und Alfred Laut. Bereits am Agenda-Infostand auf dem Schillerplatz vor knapp vier Wochen war die Resonanz sehr gut, und es kamen um die 280 Unterschriften zusammen. Mittlerweile ist die Unterschriftenliste, die in Geschäften und Vereinen ausgelegt wurde, noch viel länger geworden, und die Naturschützer können einen ganzen Zettelberg mit insgesamt 1107 Unterschriften präsentieren. "Unser Ziel waren 500 plus. Dass es so viele werden, damit hat keiner von uns gerechnet", freute sich Laut.

Mit ihrer Aktion möchte der Agenda-Arbeitskreis darauf aufmerksam machen, dass der Prozess der Verlandung im Welschen Loch keineswegs als naturgemäßer Vorgang gesehen werden darf. "Für den gegenwärtigen Zustand ist vor allem der Mensch verantwortlich", bekräftigte Laut, denn dieser habe aus einem Naturschutzgebiet eine Kulturlandschaft gemacht. Nicht zuletzt sei die Rheinbegradigung ein wesentlicher Grund für den miserablen Zustand des Welschen Lochs. "Immer mehr Auenlandschaften verschwinden, wir müssen jede weitere retten", stellte Andrea Hartkorn fest.

Man dürfe das Gewässer nicht sich selbst überlassen, denn es sei vor allem für die dort lebenden Wasservögel unentbehrlich. Es gebe allerlei Tierarten, insbesondere Enten- und Gänsearten, die nur im Tiefwasser zurechtkommen. Hier finden sie vor allem die nötige Nahrung, in Form von Fischen und anderen Lebewesen. Wenn diese Auen nicht mehr existierten, werde sich das negativ auf die Artenvielfalt auswirken.

"Das ist ein richtiger Teufelskreis", meinte Laut. "Gerade für die alten Lampertheimer gibt es keinen Altrhein ohne Welsches Loch", sagte Laut. Die zunehmende Verschlammung des Welschen Lochs führe zudem zu einer vermehrten Weidenansammlung und damit zur weiteren Zerstörung des Gebietes. Wenn aber ausgebaggert werde, würden auch die Weiden zerstört, und wahrscheinlich sei dann eine Aussamung und Verwurzelung im Erdreich nicht mehr möglich, erklärte Hartkorn.

Den geplanten Brief an das Hessische Umweltministerium bezeichnete Laut als "Hallo-Wach-Tablette", um den Verantwortlichen die Augen zu öffnen. "Wir müssen erst das Land Hessen überzeugen, um Chancen auf eine EU-Finanzspritze zu haben", sagte Hartkorn. Trotz vieler Hürden, die ihnen noch bevorstehen, sehen sie zuversichtlich in die Zukunft. Ein weiterer wichtiger Schritt auf dem schweren Weg seien die Unterschriften allemal. nik

aus: Südhessen Morgen
08. Juni 2006

Adresse des Artikels:
http://www.morgenweb.de/region/lampertheim/20060608_srv0000403_15706.html


Rastplatz auf dem Weg nach Spanien

Agenda-21-Arbeitskreis sammelt 1100 Unterschriften für die Rettung des Welschen Lochs

Vom 07.06.2006

LAMPERTHEIM Das Welsche Loch gilt als größter Flachwassersee Südhessens. Wenn ihm aber nicht geholfen wird, findet er nur noch Erwähnung in heimatgeschichtlichen Büchern.  

von Oliver Lohmann

Stolze 1107 Unterschriften sind das Ergebnis einer Sammelaktion des Agenda-21-Arbeitskreises Naturschutz für das Welsche Loch. "Schon an unserem Info-Stand am 6. Mai sind 280 Unterschriften zusammengekommen. Listen in Geschäften und bei Vereinen sorgten danach für weitere 800 Signaturen", berichtete Arbeitskreis-Mitglied Andrea Hartkorn gestern gegenüber der LAMPERTHEIMER ZEITUNG. Die Mitstreiter Alfred Laut, Dieter Melchior und Hartmut Büchner freuten sich ebenfalls - die vielen Unterschriften zeigten, dass die Lampertheimer Bevölkerung das Welsche Loch erhalten möchte.

Die Unterschriftenlisten gehen auf dem Postweg an den hessischen Umweltminister Wilhelm Dietzel. Sie sind überschrieben mit folgendem Text: "Wir, die Unterzeichner aus Lampertheim und dem Kreis Bergstraße, fordern die Hessische Landesregierung auf, schnellstmöglich geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um das Welsche Loch als offene Wasserfläche langfristig zu erhalten. Der See hat als Winterquartier und Rastplatz für zahlreiche Zugvogelarten internationale Bedeutung. Alternativen wie Abwarten oder eine bewusste Inkaufnahme der Verlandung lehnen wir ab."

Der Agenda-21-Arbeitskreis für Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen fordert eine großflächige Ausbaggerung des Sees. Kritisch sehen die Naturschützer die jahrelange "Untätigkeit" von Behörden. Auch von Politikern jeder Ebene hätten sich die Lampertheimer mehr Engagement gewünscht. Seit dem heißen Sommer 2003, als der See erstmals austrocknete und sich eine Verlandung mit Weidenbewuchs einstellte, sei das drohende Ende offenkundig. Bei der geforderten Ausbaggerung soll es auch den Weiden an den Kragen gehen. "Auwald haben wir genug. Aber Wasserflächen, die als Rast- und Überwinterungsgebiete gelten, nicht", so Alfred Laut. Die Agenda-21-Mitglieder freuen sich, dass sich ihnen weitere Gruppen angeschlossen haben, nachdem sie auf die Bedrohung des Welschen Loches aufmerksam machten.

Das Besondere am Welschen Loch sei die geringe Wassertiefe. "Manche Vogelarten, wie beispielsweise Reiher, Kormorane oder Strandläufer, sind auf diese Flachgewässer angewiesen. Hier finden sie Nahrung und die Möglichkeit zum Nisten. Sie kommen aus Skandinavien, zum Teil sogar aus der Tundra, und rasten hier auf dem Weg nach Spanien", so Laut weiter. Die Artenvielfalt sei jetzt schon beschnitten.

Vom Land Hessen erwarten die Lampertheimer Naturschützer, dass es Gelder bei der Europäischen Union auftreibt, um dem Welschen Loch zu helfen. Umweltminister Dietzel soll eingeladen werden, sich das Gewässer anzusehen. "Viele denken, die Verlandung sei einfach ein natürlicher Prozess. Doch der Mensch hat mit der Rheinbegradigung bereits die Natur beeinflusst. Die Verlandung geht heute zehnmal schneller als früher vonstatten", sagt Laut.

aus: Lampertheimer Zeitung, 7.06.06


aus: TIP, 29.03.06


Maikäfer - flieg?

Massive Pestizideinsätze gegen Maikäfer in den 60er Jahren haben nicht nur den Maikäfer selbst, sondern mit ihm hunderte von weiteren Insektenarten an den Rand der Ausrottung gebracht. 30-40 Jahre hat es gedauert, bis sich zumindest der Maikäfer von den Chemieeinsätzen wieder etwas erholt hat. Die Freude daran vermögen die meisten Förster allerdings nicht zu teilen. Die Riedforste sind durch Auto- und Industrieabgase des Ballungsraums Rhein-Neckar geschwächt. Zudem macht Trockenheit durch Grundwasserabsenkung  infolge von übermäßiger Trinkwasserentnahme dem Wald zusätzlich zu schaffen. Knabbern dann noch die Engerlinge des Waldmaikäfers an Feinwurzeln von Eichen und Buchen, wird der Ruf nach Pestizideinsätzen wieder laut. Seit einigen Jahren werden daher im Labor und in kleinen Feldversuchen verschiedene Bekämpfungsmethoden erprobt – bisher ohne eindeutige Ergebnisse. 

In Hessen soll in der ersten Maihälfte erstmals auf rund 400 Hektar ein Großversuch gestartet werden, bei dem sowohl das Gift Neem-Azal wie auch ein parasitärer Pilz zum Einsatz kommt. Neem-Azal wird aus den Samen des aus Indien stammenden Neem- oder Niehm-Baumes gewonnen und ist ein Vielzweckgift mit dem Wirkstoff Azadirachtin, das auch im ökologischen Landbau zum Beispiel zur Kartoffelkäferbekämpfung zugelassen ist. Es wirkt also nicht maikäferspezifisch, sondern gegen praktisch alle Insekten, die es beim Fressen aufnehmen. „Der Wald ist kein Kartoffelacker“, so NABU-Naturschutzreferent Mark Harthun, „sondern ein Lebensraum mit zahlreichen wild lebenden Tier- und Pflanzenarten.“ Große Teile der südhessischen Wälder gelten als europaweit besonders wertvolle Lebensräume und sind daher geschützt. 

Dies gelte auch für den Lorscher Wald, in dem eine der beiden geplanten Bekämpfungsflächen liegt. Dank bedeutsamer Vorkommen von Mittel- und Grauspecht, Wendehals, Heidelerche, Ziegenmelker und Baumfalke ist der Lorscher Wald als EU-Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Wichtig für diese Arten ist der lückige Charakter des Waldes, der laut Pflegeplan „durch kräftige Durchhauungen und lokalen Kleineinschlag“ bewahrt werden soll. Das Absterben von Bäumen nach Maikäferfraß würde ebenfalls für Auflichtungen sorgen, unterstütze somit die Lebensraumvielfalt und die Schutzbemühungen. Auch Fledermäuse nutzen die Maikäfer als Kraftnahrung für sich und ihren Nachwuchs. Um geeignete Jagdreviere zu finden, legen die Insektenjäger aus ihren Quartieren im Odenwald kommend Entfernungen bis zu zwanzig Kilometern zurück. 

Das Vielzweckgift  könnte auch zum Todesstoß für die Raupen seltener Schmetterlingsarten werden, die zeitgleich mit den Maikäfern im Blattwerk fressen – etwa Spanische Flagge, Großer Schillerfalter und Nagelfleck sowie Blauer und Brauner Eichenzipfelfalter. Auch mögliche Wirkstoffanreicherungen bei Insektenfressern wie Vögeln und Fledermäusen müssten erforscht werden. 

„Gifteinsatz hat im Wald nichts zu suchen, egal ob das Gift aus Naturstoffen gewonnen wird oder synthetisch“, betont Harthun. Sollten die Forstbehörden wegen gravierender Schäden auf einer Maikäferbekämpfung bestehen, dürften ausschließlich biologische Methoden wie der Beauveria-Pilz zur Anwendung kommen. Zudem sei ein Pestizideinsatz langfristig sinnlos. „Wir wissen heute, dass sich die Maikäferbestände in langen Rhythmen von 30 bis 45 Jahren entwickeln. Auf dem Höhepunkt der Vermehrung nehmen dann Krankheiten und Parasitenbefall überhand, so dass die Bestände von ganz alleine zusammenbrechen.“ Die Aktion könnte den Fraßdruck der Engerlinge auf die Baumwurzeln sogar verlängern, da sie der Bestandsentwicklung die Spitze nimmt und so den natürlichen Komplettzusammenbruch verhindert. „Das wirkt populationsökologisch wie ein erfrischender Aderlass. Die Forstbehörden müssten immer wieder neu Gift ausbringen.“ Stattdessen appelliert der NABU an den hessischen Umweltminister Dietzel auf eine Stärkung der Wald-Ökosysteme zu setzen.

NABU Positionspapier zur Maikäferbekämpfung >pdf-Datei

 



Demonstration am 30.3.2006 um 15:00 Uhr vor dem Amt für Straßenbau und Verkehrswesen,
in Bensheim, Gärtnerweg 29


Liebe Freundinnen und Freunde, 


die Betongleitwand auf der B44 zwischen Lampertheim und Bürstadt ist Ursache dafür, dass es zu zahlreichen Unfällen mit Kleinwild gekommen ist. Die Wildtiere können die Fahrbahn nicht mehr vollständig überqueren, bleiben an der Betongleitwand hängen und werden so das Opfer der Fahrzeuge. Um Druck auf die Verantwortlichen auszuüben, diesen Zustand zu beseitigen und an anderer Stelle zu verhindern (B47!), rufen wir zu einer Demonstration auf. Diese soll am


30.03.2006 um 15.00 Uhr
vor dem Gebäude des Bensheimer Straßenbauamts


stattfinden.

Unter dem Motto: "Wir sind das Volk! Die Mauer muss weg!", wollen wir gegen die Arroganz der Behörde vorgehen, die diese Baumaßnahme ohne Berücksichtigung möglicher Folgewirkungen errichtet hat und die zunehmende Zahl der Wildunfälle damit rechtfertigt, dass die Tiere auch vorher oftmals nicht lebend über die Straße gekommen seien.

Veranstaltet wird die Demo vom lokalen Agenda-21-Arbeitskreis Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen (Lampertheim) und der Ortsgruppe Lampertheim Bündnis 90/DIE GRÜNEN.
Bitte eine Trillerpfeife mitbringen, wir möchten uns bemerkbar machen :-)



Betongleitmauern auf der B 44 -
muss das sein?


aus: Südhessen Morgen, Januar 2006

Sendebeitrag vom 31.01.2006 im HR (Videoclip) mit Statement unseres Agenda-21-Arbeitskreises > Videoclip




 

Das Welsche Loch
im NSG "Lampertheimer Altrhein"

Droht das Welsche Loch zu verschwinden?




Wer sich schon mal einen ausgedehnten Spaziergang durch das Naturschutzgebiet "Lampertheimer Altrhein" gegönnt hat, wird es bestimmt schon entdeckt haben: das Welsche Loch. Es ist eine zentral gelegene Wasserfläche innerhalb des so genannten Biedensandes, die bei einem Rheindurchbruch in den Jahren 1801/1802 entstand. Jetzt aber droht es zuzuwuchern.

Vor rund 200 Jahren betrug ihre Tiefe noch sechs bis sieben Meter. Doch Rheinkorrekturen, die in den Jahrzehnten danach erfolgten, zogen eine Ablagerung von Flusssedimenten nach sich. Heutzutage ist deshalb das Welsche Loch in den Sommermonaten nur noch etwa 60 Zentimeter tief. Begrenzt wird es durch einen natürlichen Silberweidenwald.

Naturfreunde und Vogelkundler schätzen dieses Gebiet für seinen großen Vogelreichtum. Reiher, Kormorane, Gänse, Enten und Taucher haben hier ihre Brutplätze. Auch unterschiedliche Fischarten leben in den Randzonen aus Röhricht und überfluteter Vegetation. Gute Beobachtungsmöglichkeiten bietet dort eine Aussichtsplattform, von der aus Naturliebhaber das gegenüberliegende Naturreservat "Ludwigsinsel" sehen können.


Blickwinkel aus der Vogelperspektive - auf das zum ersten Mal komplett ausgetrocknete "Welsche Loch" im NSG Lampertheimer Altrhein im Sommer 2003

Doch zunehmend Sorgen bereitet die Ausbreitung von Weiden am Rande und innerhalb der Wasserfläche. "Der extrem warme und trockene Sommer 2003 führte zu einer fast kompletten Austrocknung des Welschen Lochs und begünstigte die Weidenentwicklung", erklärt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU. "Im Juni oder Juli findet die Samenreife der Silberweiden statt. Unter optimalen Bedingungen erfolgt die Keimung innerhalb von Stunden, und die Sämlinge entwickeln sich schon am nächsten Tag."

Da sie jährliche Überflutungen in Extremfällen bis zu 300 Tagen unbeschadet überstehen, nimmt er an, dass sie sich weiterhin ausbreiten werden. Ein Zuwachsen der Wasserfläche am Welschen Loch wäre demnach über kurz oder lang zu erwarten. Schließlich würde dadurch auch der Biedensand, eines der bedeutendsten Feuchtgebiete Hessens, an Attraktivität verlieren.


Fortschreitende Verlandung durch Weidenwuchs (November 2005)

"Die aus dem nördlichen Raum kommenden Zugvögel nutzen dieses Gewässer sozusagen als Tankstelle für die Futtersuche. Unser Arbeitskreis tendiert daher zum Erhalt einer offenen Wasserfläche", betont Alfred Laut, ein Sprecher des Agenda-21-Arbeitskreises "Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen".

Mittlerweile hat sich der Arbeitskreis an die Obere Naturschutzbehörde in Darmstadt gewandt, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Seitens des Arbeitskreises und des NABU wurden auch Vorschläge unterbreitet. Doch sowohl ONB als auch Forstamt betrachten erforderliche Maßnahmen kritisch. Als zu teuer, zu aufwändig und langwierig geht man den notwendigen Schritten bisher aus dem Weg.

Der Agenda21-Arbeitskreis bemüht sich weiterhin um die Akzeptanz und die Erhaltung dieses Vogelschutzgebietes.

> hier geht's zum Aktions-Flyer "Welsches Loch - wie lange noch?"

Am 6. Mai gab es durch den Agenda-21-Arbeitskreis in Lampertheim auf dem Schillerplatz ein Info-Stand über das Welsche Loch. Dort hatten wir auch Unterschriften für die Ausbaggerung gesammelt. Zudem lagen sie bis Ende Mai aus. Insgesamt wurden über tausend Unterschriften gesammelt!

> Pressemeldung

 

 

 


Wir über uns
Aktuelles
Termine/
Veranstaltungen

Projekte
Lokale Agenda 21
Naturschutzjugend
Tipps und Infos
Galerie
Links
Kontakt
News
Impressum