{"id":146,"date":"2020-10-07T20:06:11","date_gmt":"2020-10-07T20:06:11","guid":{"rendered":"https:\/\/nabu-lampertheim.de\/?page_id=146"},"modified":"2020-10-12T19:39:24","modified_gmt":"2020-10-12T19:39:24","slug":"amphibien","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.nabu-lampertheim.de\/?page_id=146","title":{"rendered":"Amphibien"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Leben in zwei Welten<\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/638K1091-Kroete-kl-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-248\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/638K1091-Kroete-kl-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/638K1091-Kroete-kl-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/638K1091-Kroete-kl-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/638K1091-Kroete-kl-640x480.jpg 640w, https:\/\/www.nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/638K1091-Kroete-kl.jpg 1181w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n<p>Zu den Amphibien z\u00e4hlen Salamander, Molche, Unken, Kr\u00f6ten und Fr\u00f6sche &#8211; es gibt bundesweit 21 Arten. Einige Gemeinsamkeiten verbinden alle Amphibien:<\/p>\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Zur Fortpflanzung werden Laichgew\u00e4sser aufgesucht<\/li><li>Die Jungtiere durchlaufen eine Metamorphose &#8211; eine weitgreifende Umgestaltung des Organismus von der Larve zum erwachsenen Tier<\/li><li>Mehrmals im Jahr findet ein Quartierwechsel statt<\/li><li>Es wird eine mehrmonatige Winterruhe eingelegt<\/li><\/ul>\n\n\n<p>Die Ern\u00e4hrung der Amhibien besteht vorwiegend aus Insekten, Schnecken und W\u00fcrmern. Als wechselwarme Tiere ist ihr Organismus von der Au\u00dfentemperatur abh\u00e4nngig. Amphibien sind eng an aquatische Lebensr\u00e4ume gebunden; auch wenn sie im Sommer f\u00fcr Monate das Wasser verlassen, sind sie aufgrund der Beschaffenheit ihrer Haut dennoch auf relativ feuchte Standorte angewiesen. Zur \u00dcberwinterung suchen viele Arten frostfreie Hohlr\u00e4ume unter Holzstapeln, Baumwurzeln, Steinhaufen oder \u00e4hnlichem auf. Ein gro\u00dfer Teil der Amphibien \u00fcberwintert jedoch im Bodenschlamm von Stillgew\u00e4ssern.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"520\" height=\"200\" src=\"https:\/\/nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/amphibien-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-281\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/amphibien-1.jpg 520w, https:\/\/www.nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/amphibien-1-300x115.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Die Lebensweise der Amphibien zwingt ihnen j\u00e4hrliche Wanderungen von bis zu mehreren Kilometern auf &#8211; Im Fr\u00fchjahr, sobald die Tagestemperaturen dauerhaft einige Grad plus aufweisen, suchen die geschlechtsreifen Teire ihre meist gleichbleibenden Laichgew\u00e4sser auf. Nach erfolgter Fortpflanzung wird in die Sommerquartiere gewechselt und im Herbst muss ein geeignetes \u00dcberwinterungsquartier aufgesucht werden. Ein besonderes Ph\u00e4nomen ist der sogenannte &#8222;Froschregen&#8220; &#8211; unz\u00e4hlige Jungtiere, die gerade ihre Verwandlung von der Kaulquappe zum Frosch vollzogen haben, verlassen ihr Laichgew\u00e4sser und suchen sich in der Umgebung einen passenden Sommerlebensraum.<\/p>\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Amphibien im Gartenbereich<\/h5>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:43% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"267\" height=\"328\" src=\"https:\/\/nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Teich.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-252\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Teich.jpg 267w, https:\/\/www.nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Teich-244x300.jpg 244w\" sizes=\"auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Im Gartenbereich wird Fr\u00f6schen, Kr\u00f6ten und Molchen vor allem durch die Anlage eines naturnahen Teiches ein Lebensraum geboten. Doch auch ungest\u00f6rte, schattige Bereiche unter Str\u00e4uchern, ungem\u00e4hte Wiesenbereiche, Totholz und Laubhaufen etc. bilden wertvolle Sommerquartiere f\u00fcr Amphibien, die sowohl Nahrung als auch Schutz bieten.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n<p>Achten Sie hierbei bitte auf folgendes:<\/p>\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Teiche: mit flachen Uferbereichen und einer Tiefenzone (mind. 80 &#8211; 100 cm f\u00fcr die \u00dcberwinterung) versehen<\/li><li>Wiesen: nur einmal im Herbst oder im Juli und Herbst m\u00e4hen, am besten mit der Sense, vorab die Amphibien aus dem M\u00e4hbereich vertreiben (mit Stock o.\u00e4.)<\/li><li>Laub, Totholz, etc.: zum Unterschlupf locker aufgeschichtetes Material, m\u00f6glichst in ungenutzter Gartenecke und m\u00f6glichst ungest\u00f6rt belassen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Bitte siedeln Sie keine Amphibien in Ihren neu angelegten Gartenteich um &#8211; die Tiere sind aufgrund ihres Wanderverhaltens an feste Routen und oft auch an bestimmte Laichgew\u00e4sser gebunden und neu angelegte Gew\u00e4sser werden erfahrungsgem\u00e4\u00df bereits in der ersen Saison selbst\u00e4ndig besiedelt. Im \u00fcbrigen w\u00fcrden Sie mit einer Entnahme aus der Natur gegen geltendes Naturschutzrecht versto\u00dfen.<br>Bitte kontrollieren Sie hin und wieder Ihre Keller- und Treppensch\u00e4chte &#8211; Wenn Amphibien in solche Sch\u00e4chte gefallen sind, k\u00f6nnen sie sich h\u00e4ufig nicht mehr selbst\u00e4ndig daraus befreien, und kommen vor Hunger, Trockenheit oder bei Frost um. Wenn m\u00f6glich versehen Sie doch solche &#8222;Kr\u00f6tenfallen&#8220; mit einem schr\u00e4g angelehnten, rauhen Holzbrett; so k\u00f6nnen die Tiere ihrem Verlie\u00df aus eigenen Kr\u00e4ften entkommen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Wasserfrosch.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-255\" width=\"333\" height=\"221\"\/><figcaption>Wasserfrosch<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Gef\u00e4hrdung<\/h5>\n\n\n<p>Alle Amphibien sind durch das Bundesnaturschutzgesetz als besonders gesch\u00fctzte Arten eingestuft. Zwar sind einige wenige Arten &#8211; beispielsweise Erdkr\u00f6te, Grasfrosch und Teichfrosch &#8211; noch nicht als konkret gef\u00e4hrdet einzustufen, doch sind f\u00fcr alle Amphibien in Deutschland R\u00fcckgangstendenzen und f\u00fcr viele Arten auch eine deutliche Gef\u00e4hrdung zu erkennen. Es sind vor allem zwei Bereiche, aus denen sich ein hohes Gef\u00e4hrdungspotential ergibt:<\/p>\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Fehlende Lebensr\u00e4ume: Kleingew\u00e4sser verschwinden seit Jahrzehnten aus unserer agrarindustriell gepr\u00e4gten Landschaft<\/li><li>Verkehr: Die Verkehrswege zerschneiden mehr und mehr die Lebenswelten der Amphibien; die Wanderungen ungez\u00e4hlter Kr\u00f6ten und Fr\u00f6sche enden jedes Jahr t\u00f6dlich auf der Stra\u00dfe<\/li><\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/kroete_auto_JFieber-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-257\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/kroete_auto_JFieber-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/kroete_auto_JFieber-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/kroete_auto_JFieber-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/kroete_auto_JFieber-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/kroete_auto_JFieber-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/kroete_auto_JFieber-1800x1200.jpg 1800w, https:\/\/www.nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/kroete_auto_JFieber-640x427.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Amphibien sind vielen Gefahren ausgesetzt<\/figcaption><\/figure>\n\n\n<p>Eine strukturreiche Landschaft mit Teichen, Gr\u00e4ben, feuchten Wiesen, Waldst\u00fccken und Hecken bildet den Lebensraum, der Amphibien &#8222;zumutbare&#8220; Wege zwischen Laichgew\u00e4sser, Sommer- und Winterquartier bietet &#8211; wo diese Elemente zu weit auseinander liegen oder etwa gar nicht mehr vorhanden sind, k\u00f6nnen sich etliche Amphibienarten auf Dauer nicht halten.<br>Die Verdichtung des Stra\u00dfennetzes und die zunehmende Verkehrsdichte vor allem in Siedlungsbereichen stellen wohl die Haupttodesursache f\u00fcr Kr\u00f6ten, Fr\u00f6sche und Molche dar. Z\u00e4hlungen haben ergeben, dass eine Frequenz von 60 Fahrzeugen in der Stunde (entspricht lediglich einem Fahrzeug pro Minute!) ausreichen, um 90 % der die Stra\u00dfe \u00fcberquerenden Amphibien zu t\u00f6ten. Aktuelle Untersuchungen wiesen nach, dass die Druckwelle, die ein PKW bei gew\u00f6hnlicher Geschwindigkeit im Stadtbereich erzeugt, ausreicht, um Amphibien mit fast 100 %er Wahrscheinlichkeit sterben zu lassen &#8211; die Tiere m\u00fcssen also nicht einmal \u00fcberrollt werden&#8230;!<\/p>\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Schutz<\/h5>\n\n\n<p>Durch das Bundesnaturschutzgesetz sind prinzipiell alle Amphibien in Deutschland zu den besonders gesch\u00fctzten Arten zu z\u00e4hlen. Dies begr\u00fcndet auch beh\u00f6rdliche Aktivit\u00e4ten zum Schutze dieser Tiergruppe &#8211; zeitweise Sperrungen von Verkehrswegen, Ma\u00dfnahmen zum Umleiten der Wanderwege oder etwa \u00dcberquerungshilfen bei Verkehrswegen mittels aktiver Helfer.<br>Solche Ma\u00dfnahmen werden vielerorts auch durch Naturschutzverb\u00e4nde wie den NABU unterst\u00fctzt oder sogar in Eigenregie &#8211; in Absprache mit den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden &#8211; durchgef\u00fchrt. Hilfen zur Stra\u00dfenquerung bestehen in der Regel aus &#8222;Kr\u00f6tenz\u00e4unen&#8220; aus Kunststofffolie, die in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden mit eingegrabenen Eimern versehen sind &#8211; diese m\u00fcssen in Abst\u00e4nden von wenigen Stunden auf der gegen\u00fcberliegenden Stra\u00dfenseite entleert werden, da die Menge der aufgefangenen Tiere nicht zu hoch werden darf. Das bedeutet nat\u00fcrlich einen engagierten Einsatz von Ehrenamtlichen, die optimalerweise aus der n\u00e4heren Nachbarschaft kommen.<br>Der NABU in Lampertheim sch\u00fctzt regelm\u00e4\u00dfig Kr\u00f6tenwanderungen beispielsweise an der Sandgrube Feuerstein und Sandtorfer Weg.<br>Sollten Sie in Ihrer Wohnumgebung oder auf Ihrem Arbeitsweg ungesch\u00fctzte Amphibienwanderungen bemerken, so melden Sie diese doch bitte der zust\u00e4ndigen Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde (Landkreis oder Stadtverwaltung) oder direkt in unserer NABU-Ortsgruppe &#8211; wir werden die Daten unverz\u00fcglich weiterleiten.<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Amphibienwanderung_4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-261\" width=\"426\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Amphibienwanderung_4.jpg 406w, https:\/\/www.nabu-lampertheim.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Amphibienwanderung_4-300x247.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 426px) 100vw, 426px\" \/><figcaption>Amphibienp\u00e4rchen am Schutzzaun<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Weitere Informationen<\/h5>\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nabu.de\/\">www.nabu.de<\/a>: Weitere Informationen und im Fr\u00fchjahr auch tagesaktuelle und bundesweite Karten zu Amphibienwanderungen.<br><a href=\"http:\/\/www.kaulquappe.de\/\">www.kaulquappe.de<\/a>: Online-Bestimmungsschl\u00fcssel f\u00fcr Amphibien, Informationen zur Amphibienmetamorphose und mehr.<br><a href=\"http:\/\/www.amphibienschutz.de\/\">www.amphibienschutz.de<\/a>: Artenportraits und Aktuelles aus der Welt der Amphibien.<\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leben in zwei Welten Zu den Amphibien z\u00e4hlen Salamander, Molche, Unken, Kr\u00f6ten und Fr\u00f6sche &#8211; es gibt bundesweit 21 Arten. 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